Für Philosophie gibts kein Rezept. Trotzdem: Man lasse sich dieses Buch schenken. Man lese es bedächtig,
damit Philosophie für den Rest des Lebens kein Fremdwort mehr bleibt.
Jede Zeile in diesem Buch ist verständlich. Manche Sätze brauchen die
nötige Ruhe, bis sie wirken. Aber man nehme sich diese Zeit. Das erste
Kapitel, es geht um Moral, ist so gut, dass man es zweimal lese. Danach
will man von Moralisten nie mehr etwas wissen – und man weiss sogar
warum: Weil Moralisten keine Ahnung haben, was Moral ist. So geht es
weiter, zwölf grosse Themen, serviert in zwölf verdaulichen Happen.
Liebe. Tod. Gott. Freiheit. Ein Kapitel pro Tag, das reicht. Sollte man
etwas nicht verstanden oder am nächsten Tag schon wieder vergessen
haben, dann blättere man zurück. Erkenntnis und Wahrheit sind nicht das
Gleiche, auch dazu gibts ein Kapitel. Nur einfache Rezepte, die suche
man in diesem dünnen Band besser nicht. Philosophieren heisst selber
denken.
Freitag, 21. Dezember 2012
Montag, 10. Dezember 2012
Unter null
Seit Mitte letzter Woche beträgt der Ein-Monats-libor in London für Schweizer Franken minus 0,02 Prozent. Sofern ich das richtig interpretiere, ist die Welt damit auf den Kopf gestellt. Jede Bank, die sich in London Schweizer Franken beschafft, wird dafür mit Schweizer Franken belohnt.
Dagegen muss eine Bank, die Schweizer Franken anlegen will, bestraft. Sie muss dafür Schweizer Franken bezahlen.
Solcher Irrsinn unter grossen Banken hat Konsequenzen für uns kleinen Leute. Seit der Libor unter null gesunken ist. beträgt der Hypothekar-Zins für eine normale Libor-Hypothek bei einer hiesigen Bank 1 Prozent. (immer unter der Annahme, dass die Bank die übliche Marge von 1 Prozent einzieht).
Man rechne - und kaufe eine Wohnung für eine Million. Der Jahreszins beträgt 10'000 Franken. Die monatliche "Miete" knapp 840 Franken.
Das nenne ich nicht "schöner wohnen". Sondern "gratis wohnen".

