Sonntag, 10. Januar 2010

Das globale Dorf

Zürich ist nicht nur im Unispital international. Gestern war ich im Moods, und da ging es etwa so ab. Rupa ist ursprünglich eine Inderin, in Paris aufgewachsen, lebt heute in San Francisco, arbeitet als Ärztin und bringt , unterstützt von Latinos, die sie "April Fishes" nennt, einen Balkan-Sound auf die Bühne, in dem manchmal sogar ein Schweizer Jodel mitklingt. Echte Weltmusik. Für mich wars das beste Konzert der letzten ungefähr drei Jahre.

Samstag, 9. Januar 2010

Zur Personenfreizügigkeit

Die Neunziger Jahre? Aus Schweizer Sicht ein verlorenes Jahrzehnt. Kein Wachstum mehr, die ganze Volkswirtschaft stand mehr oder weniger still. Und wenn sie ein bisschen nur in Fahrt kam, wurde sogleich das Personal knapp und es kam eine Lohn-Preisspirale in Gang, die jedes neue Dynamik im Keim erstickte.

Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit mit der EU präsentiert sich die Lage der Nation zum Glück besser. Offene Grenzen, freier Marktzugang - gerade für die kleine Schweiz in mitten Europas sind das entscheidende Voraussetzungen, um wieder Schritt zu fassen und - endlich - weiter vorwärts zu kommen.

Ich bin nicht jeden Samstag voll einverstanden mit Daniel Binswanger. Aber heute schon!

Freitag, 8. Januar 2010

Zwei Nächte Universitätsspital

Man wünscht niemandem ins Spital. Aber ich wünsche allen, die sonst fröhlich vom Pult aus das Ende der Personenfreizügigkeit mit der EU fordern, dass diese Leute, wenn sie mal als Notfall eingeliefert werden sollten, so gut behandelt werden wie ich es wurde in den letzten beiden Nächten auf der neurochirurgischen Bettenstation im Universitätsspital Zürich: aufmerksame Ärzte aus aller Welt, bestens überwacht vom Filz der deutschen Professoren, Pfleger aus aller Welt: Ich danke Euch für den Super-Service.

Montag, 4. Januar 2010

Das Blog


"Blog ist eine Zusammensetzung aus (World Wide) Web und Logbook (Logbuch).

Duden gibt zuerst "das Blog" an (vor allem in Deutschland üblich) und "der Blog" (eher in der Schweiz gebräuchlich).

Diese Antwort verdanke ich meinem Gewährsmann Max Wey. Der mir im übrigen bezüglich elektronischer Lesegeräte widersprechen möcchte:

"Hab eben den Sony Reader geschenkt bekommen. Eine feine Sache, funktioniert durchaus, man kann die Schrift grösser und sogar Notizen machen, kurz: eine ganze Bibliothek mit sich herumtragen."

Tja, wenn dem so ist, dnn verschwinden die Buchhandlung gemeinsam mit den Kinos. In etwa so, wie die Platten- und CD-Shops ihre Läden dicht gemacht haben. Still und leise.

Samstag, 2. Januar 2010

Neustart in den Zehnern

Als bezahlt werden wollender Journalist blicke ich fröhlich in die Zukunft. Schliesslich wissen wir alle , was wir tun. Kein Verleger muss unsere Inhalte gratis ins Netz stellen oder gratis in die Zeitungsbox legen. Kein Blogger wird zum Bloggen gezwungen. Wir alle tun alles freiwillig. Leserinnen und Leser meines Blogs wissen wenigstens aus Erfahrung: Was nichts kostet, ist nicht nichts wert. Aber wenn es mehr Wert wäre, hätte es einen Preis.

Zum Schluss noch meine persönliche Prognose für die Medien in den Zehnern: bevor Zeitschriften und Zeitungen verschwinden, machen Kinos dicht. Bücher hingegen werden noch ein ein wenig überleben. Aber auch nur aus technischen Gründen: weil es vorderhand noch kein Lesergerät gibt, das taugt. Während Full-HD-Flachildschirme zum Preis von weniger als 1000 Franken samt Audiosystemen bei uns zu Hause schon heute mehr Luxus bieten als manches Studiokino in der Stadt. Und die Filme gibt es ja heute schon gratis im Netz, alle.

Ob Blogs in der Schweiz eine Zukunft haben, hängt unter anderem davon ab, wie lange Moritz Leuebenberger noch im Amt bleibt.

Grammatikalisches PS : Heisst es eigentlich der oder das Blog? In letzter Zeit scheint sich die sächliche Form durchzusetzen, die in meinen Ohren dämlich klingt. Aber ich werde mich schlau machen. Bis bald!

Freitag, 1. Januar 2010

Zehner-Vorsätze

Ich trainiere weiter. Der Hallwilerseelauf ist mein nächstes Ziel, immerhin ein halber Marathon. Einen ganzen Marathon schaff ich wohl nie mehr. Vorher übe ich das Klavierspielen von Neuem, das Tanzen oder andere schöne Balance-Akte. Hauptsache, meine Hirnzellen erhalten neue Nahrung,

Trotzdem bin ich kein Gesundheitsapostel und werde hoffentlich nie einer. Ich tue all das streng für mich allein. Damit ich im Jahr 2030, wenn ich mit Euch im Altersheim sitz', so fit bin wie Ihr andern 70jährigen auch. Darum trainiere ich weiter. Für mich.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Zehner-Aussichten

Zweitens freue ich mich auf die Fortsetzung der Finanzkrise, zuschauenderweise.

Ich selber habe alle meine wenigen Aktien, die ich hielt, verkauft. Das persönliche Risiko ist damit beschränkt: Klar, via Pensionskasse bin ich weiterhin mit dabei. Auch mache ich, aus steuerlichen Gründen, fröhlich weiter mit der 3. Säule. Solange ich hier mit 100 Prozent Sicherheit Steuern spare, spekuliere ich sogar ein bisschen: mit einer maximalen Aktienquote von 45 Prozent, angelegt in Indexfonds.

Aber ansonsten bin und bleibe ich ein aktienbefreiter Schuldner, der von den historisch tiefen Libor-Zinsen profitiert. Für meine Hypothek zahle ich seit Monaten klar unter 1 Prozent. Günstiger geht's nie mehr! Und ich bin ziemlich optimistisch, dass ich auch Anfang 2011 dank der Libor-Hypothek weniger als 2 Prozent Schuldzinsen zahlen muss.


Währenddessen beobachte ich das grösste keynesianische Experiment, das jemals in Friedenszeiten gewagt wurde: Was sich auf britisch "Dificit Spending" nennt, steigt stetig. Es handelt sich um eine öffentliche Schuldenmacherei in einem Ausmass, wie ich - und wohl auch Keynes selber - das nie für möglich gehalten hätte. Von Grossbritannien zu den USA über die ganze EU, einschliesslich Deutschland bis nach Japan. Alle Staaten machen fröhlich mit und verschulden sich laufend neu, aber ausgiebig. Links regierte lateinamerikanische Staaten erscheinen in diesem Umfeld plötzlich als Musterknaben.

Ob wir aus dieser globalen Sackgasse je wieder hinausfinden werden, ohne dass es zu einer massiven Inflation kommt?

Das weiss niemand. Ich möchte einfach gewarnt haben: vor Aktien , und vor allem auch vor Staatsanleihen. Wer unbedingt Geld anlegen will oder muss, kaufe langweilige Kassenobligationen bei einer Kantonalbank . Wer darüber hinaus immer noch zu viel Flüssiges hat, kaufe sich ein Haus - und zahle mittel- bis langfristig, wenn die Inflation und die Liborzinsen zu steigen anfangen, die Schulden zurück!

Ja, ich freue mich sehr auf die kommenden Jahre. Zum Zuschauen wird das sehr interessant!