Mittwoch, 13. April 2011

Lockvogel VW

Höchste Zeit, ein neues Auto zu kaufen: "5000 Franken Umwelt-Rabatt" sehe ich gross auf den Plakaten. Eine schöne "Schrottprämie", denk ich.

Im Kleingedruckten steht: Dieser maximale Rabatt gilt nur für die Limousine Phaeton:(auf deutsch: "die Strahlende"). Sie ist ab 96'000 Franken im Angebot, wiegt mehr als zwei Tonnen schwer und stellt mit einem Benzin-Verbrauch zwischen 8 und 16 Litern pro Kilometer sicher nicht das Umwelt-verträgliche Modell dar, das man besser heute als morgen postet.

Freitag, 8. April 2011

Fall Freisinn (4)

Heute erahlte ich einen Brief der Zürcher FDP, gerichtet an alle Mitglieder. Darin erfahre ich, dass sich eine "Richtungsänderung oder neue Programme" nicht aufdrängen. Der Rest tönt nach Durchhalteparole: "Wir haben zusammen gekämpft, zusammen verloren und wir stehen zusammen wieder auf!"

Nur etwas soll sich ändern: Die FDP wird "prägnanter", fokussierter und auch lauter auftreten".

Mir persönlich genügt es eigentlich schon, die FDP würde prägnant, fokussiert, laut auftreten.

Um welche Inhalte aber geht es?

"Gesunde Finanzen, tiefere Steuern, sichere Arbeitsplätze und Sozialwerke, eine realistische Energie- und Umweltpolitik, Abbau sinnloser Bürokratie". Und nicht vergessen: "Die Freisinnigen stehen für den bilateralen Weg und gegen den EU-Beitritt".

Diese Botschaft sollen wir "in Leserbriefen, Blogs, Online-Foren etc" verbreiten - "laut und mit Überzeugung!"

. Was ich hiermit tue. Um noch zu ergänzen:

Auf diese Weise werden wir Freisinnigen auch die nächsten Wahlen verlieren.

Donnerstag, 7. April 2011

Fall Freisinn (3)

Seit dem Erfolg der SVP schielte die FDP auf die SVP. Das kam bei uns Freisinnigen schlecht an.

Mit dem Erfolg der Grünliberalen schielt die FDP auf die Grünliberalen. Das kommt bei uns Freisinnigen schlecht an.

Wir wollen, dass Freisinn Freisinn bleibt. Radikal, liberal, weltoffen. Die alte Parole "Mehr Freiheit, weniger Staat" muss ins 21. Jahrhundert übersetzt werden.

Heute fordern wir eine starken Staat. Damit alle Menschen die gleichen Startchancen haben, um sich im freien Wettbewerb zu behaupten. Zu diesem Zweck braucht es Infrastruktur: Schulen, Spitäler, öffentlicher Verkehr, soziale Mindeststandards, mit denen alle auskommen können).

Wir Freisinnige wünschen so wenige Vorschriften wie nötig und so "richtige" Preise wie möglich: ökologische Steuern wirken gegen die Umweltzerstörung, ökologischen Subventionen nützen der Landwirtschaft.

Wir vertrauen dem freien Markt, aber nicht blind. Konsequent kämpfen wir gegen Kartelle, Monopole, Handeslabarrieren. Schliesslich haben wir alle erfahrenen: Grossbanken bergen wie Atomkraftwerke Grossrisiken (für die im Ernstfall kein "Eigentümer" gerade steht oder gar haften muss.

So viel zum Programmatischen.

Jetzt zum Praktischen :Die FDP überlegt sich, das Referendums gegen die Buchpreisbindung zu ergreifen. Sonst habe ich in den letzten Wochen und Monaten leider nichts gehört.

Mittwoch, 6. April 2011

Fall Feisinn (2)

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Die FDP positioniert sich mit Blick auf die eidgenössischen Oktober-Wahlen unter dem Stichwort "Bürokratie-Stopp". Das tönt gut. Damit die Partei beim Publikum ankommt, lanciert sie eine Volksinitiative. Das verspricht viel.

Konkret sollen zwei neue Artikel, die in die Bundesverfassung aufgenommen werden. Wörtlich heisst es: "...Jede Person hat Anspruch darauf, dass: a. Gesetze verständlich sind und einfach, unbürokratisch und effizient angewandt werden; b. Verwaltungen und Gerichte ihre Angelegenheiten schnell, einfach und unbürokratisch behandeln. …Dazu treffen sie Massnahmen, um die Regelungsdichte und die administrative Belastung für die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten; sie berücksichtigen dabei insbesondere die Anliegen der Kleinst- bis mittelgrossen Unternehmen..."

Das wär's schon. Ist jemand dagegen? Nein. Wird damit die Bürokratie gestoppt? Kaum. Und was passiert, wenn diese Initiative beim Volk durchkommt? Es werden zwei weitere Paragrafen geschaffen, die man zwecks Bürokratie-Stopp ebenso gut streichen könnte. Ohne dass es jemand merkt.

Dienstag, 5. April 2011

Fall Freisinn

Als neues Mitglied des alten Zürcher Zürcher Freisinns gehörte ich zur Minderheit, die vergangenes Wochenende gewählt hat - sogar linientreu.

Doch je länger der Wahlkampf andauerte, je mehr Werbematerial in meinen Briefkasten flatterte, umso stärker habe ich mich gefragt: Warum soll ich ausgerechnet FDP wählen?

Auf allen Broschüren, Inseraten, Flyers das gleiche Bild: Bieder. Steif. Herausgeputzt. Nichtssagend.

Wäre ich Konsulent, würde ich raten:

Die FDP muss nicht unbedingt anders antreten. Sie müsste zunächst einmal auftreten. Mit Personen, die sich wohl fühlen in den Kleidern, in denen sie sich fotografieren lassen. Mit Personen, die etwas zu sagen haben. Und wenn sie schon keine Ideen haben sollten, dann muss ihnen halt ein Werbetexter einen halbwegs klingenden Satz in den Mund legen.


Es lag sicher nicht am Geld, dass der Zürcher Freisinn die Zürcher Wahlen verloren hat. Viel eher daran , wie die Partei ihre Mittel eingesetzt hat.

Montag, 4. April 2011

Grün wählen! Grün leben?

Nach den Wahlen im Kanton Zürich stellen sich alte Fragen neu - aus linker wie aus liberaler Sicht.

Denn eigentlich müssten wir doch konsequent sein - als Individuum wie als Gesellschaft.

Die "Südeutsche" brachte dazu eine schönen Kommentar. Mehr....

Freitag, 1. April 2011

So sparen wir Mühleberg


Mein kleiner Beitrag
zur grossen Debatte:


Hier