Mittwoch, 17. Dezember 2008

In der Liquiditätsfalle

Zur Zeit stecken wir, um mit Lord Keynes zu sprechen, in der klassischen „Liquiditätsfalle“. Die Staaten versuchen weltweit, die Konjunktur anzukurbeln. Das haben sie mittels Geldpolitik getan. Sie haben es so weit getan, so weit es geht. Die Zinsen sinken bereits weltweit gegen null, weiter nach unten geht nicht.

Davon profitiere sogar ich kleiner Schuldner, Der Zins für meine Hypothek, die sich am Libor in Schweizer Franken richtet, sinkt diesen Monat auf 1,1 Prozent. Viel tiefer ist nicht möglich.

Somit wird klar: Wollen die Staaten die Konjunktur trotzdem ankurbeln , müssen sie zu andern Mitteln greifen.Zur Fiskalpolitik. Sie müssen selber Geld ausgeben, indem sie Bahnprojekte vorziehen, Kurzarbeitsprogramme in Unternehmen fördern, also Dinge tun, wie es die Volkswirtschaftsministerinnen Rita Fuhrer und Doris Leuthard prüfen. Selbstverständlich könnte der Staat auch Steuern senken, zum Beispiel für Familien, wie es die CVP vorschlägt. Oder gar Gutschriften verteilen, wie man das aus den USA kennt. Für die Schweiz würde ich vorschlagen: eine einmalige Steuergutschrift in Höhe von 1000 Franken pro Person, vom Greis bis zum neu geborenen Baby. Das wäre zwar ein klassisches Giesskannensystem, das aber immerhin den Vorteil hätte, dass es jede einzelne Person, sogar jedes einzelne Kind zu spüren bekäme.

Fortsetzung folgt

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Bitte keine Steuergutschriften! Das Beispiel der USA zeigt, was damit geschieht: Die dortigen Gutschriften wurden weginflationiert … wir haben im Konsumentenbereich schon genug Inflation!

Stefan hat gesagt…

Die einzige Möglichkeit, die globale Liquiditätsfalle (klassisch: Armageddon) abzuwenden, ist eine konstruktive Geldumlaufsicherung in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (Natürliche Wirtschaftsordnung, klassisch: "Königreich des Vaters") ab 1. Januar 2010 (klassisch: jüngster Tag), mit verbindlicher Vorankündigung bis Herbst 2009.

Im Übrigen wusste John Maynard Keynes, dass Silvio Gesell in allen Punkten Recht hatte, denn er war sicher nicht so dumm, selbst daran zu glauben, dass konstruktiv umlaufgesichertes Geld (Freigeld) wieder durch irgendwelche "Ersatzzahlungsmittel" aus dem Umlauf gedrängt werden könnte.

Mit freundlichem Gruß

Stefan Wehmeier
www.deweles.de