Freitag, 31. Dezember 2010

Elfer Vorsätze

1.
Ich verabschiede mich aus Facebook.
2.
Ich trete der FDP bei.
3.
Ich schlafe noch mehr, als ich 2010 geschlagen habe.
4.
Ich arbeite noch weniger als 2010.
5.
Ich blogge weniger.
6.
Ich trainiere weiter (physisch).
7.

Ich kaufe keine einzige Aktie mehr (bis nach dem nächsten Crash).
8.
Ich bin weniger online.
9.
Ich nehme mir Ende 2011 keine neuen Vorsätze, aber
10.
Ich gebe an dieser Stelle bekannt, welche Punkte ich eingehalten habe - und welche nicht.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Der Wanderpapst


Auf der Pirsch nach einem Geschenk?
Drei Bücher von Thomas Widmer - ein Päckli.

Das günstigste Angebot: Hier

Montag, 6. Dezember 2010

Vor einem halben Jahr traf ich Daniel Albrecht

Für die "Schweizer Familie" führte ich mit ihm ein Interview unter dem Motto: "Hirnverletzter spricht mit Hirnverletztem".



Meine letzte Frage lautete:



"Ich werde immer gefragt, zu wie viel Prozent ich zurück sei. Ich antworte: Beim Arbeitspensum sind es 50 Prozent, gemessen an meiner früheren Leistung bin ich bei 20 Prozent. Du aber gewinnst, selbst wenn du bei 97 Prozent ankommst, kein Rennen mehr. "



Dani gab zurück:


"Wenn ich jetzt starten müsste, würde es kaum zur Qualifikation reichen. Okay, im Riesenslalom war ich die Nummer 1, da könnte ich mit 97 Prozent vielleicht unter die ersten 15 fahren."



Gestern Sonntag erreichte er Rang 22. Wundervoll!

Dienstag, 23. November 2010

Keine Redefreiheit?

Herrscht im liberalen, toleranten Basel keine Redefreiheit mehr?

Nicht unbedingt. Wer nicht wagt, Grenzen zu überschreiten, erfährt nie, ob es die befürchteten Grenzen gegeben hätte.

Vielleicht wären bei TT's Rede ein paar Transparente gezeigt worden. Aber wäre er niedergeschrien worden?

Ich hoffe nicht.

Montag, 15. November 2010

Blochers Balance

Es gibt keinen Politiker, der die Seele der Schweiz so gut kennt wie er. Der weiss: Wir Scheizerinnen und Schweizer halten hoch, was Amerikaner "Checks and Balances" nennen. Was auf deutsch heisst. Eine Person allein, eine Institution allein darf ,nie zu viel Macht ausüben. Aus diesem Grund reagieren wir so allergisch auf die ominöse Classe Politique. Weil wir Angst haben, dass ein paar wenige (selbst-) Auserwählte zu viel Einfluss nehmen.

Der Politiker, den ich hir meine, hat darum - vor allem wenn es um die Macht der Medien geht! - konseqeunt aus dem Hintergrund agiert.

Nun ist er gestern Sonntag, aus welchem Fehler auch immer, in den Vordergrund getregen. Ausgerechnet in der Basel! Freuen wir uns auf die nächste Fasnacht - und die nächsten Leserzahlen der Tageszeitungen in der Nordwestschweiz. Die Konkurrenz aus dem Aargau, welche die "Basellandschaftliche Zeitung" vertreibt, darf sich die Hände reiben. Was Blocher in Basel aufführt, ist für Wanner Gold wert.

Montag, 1. November 2010

Warten auf Zug, Schwyz, Obwalden

Wie werden die Politiker in den Steueroasen reagieren, wenn sie ihre Steuertarife auf ein nationales Mindestmass anheben müssen?

Dann ertrinken sie im Geld. Doch sobald Politiker im Geld zu schwimmen beginnen, werden sie kreativ. Und Gründe finden, das viele Geld auszugeben. In erster Linie für neue Lockvögel an die Adresse der "Reichen".

Drei Trends sind absehbar.

Zug bietet seinen besten Steuerzahlern schon heute mehr als tiefste Steuersätze: Sondern auch die mit Abstand höchsten Bildungsausgaben pro Kopf der Bevölkerung. Schwyz ist diesbezüglich am Aufholen, alle andern Kantone schlafen noch.

Das zweite Mittel sind Investitionen in Strassen. Zug und Schwyz rücken, gemessen in Auto-Minuten, noch näher zu Zürich, dank nationalen Autobahnen, grösstenteils finanziert von der Eidgenossenschaft. Obwalden rückt zu Luzern, näher und noch näher. Demonstration dafür ist die neue nationale Autobahn A 8 hinauf auf die Brünig-Passhöhe. Hier handelt es sich um eine Tunnel-Kaskade, wie sie wohl weltweit einzigartig ist. Sogar kleinste abgelegene Dörfer wie Giswil werden in Obwalden grossräumig umfahren - finanziert von den Zentrumskantonen Basel, Zürich, Genf. Während in Schwamendingen Zehntausende Lärm-geplagte weiterhin auf eine Überdachung ihrer Autobahn warten müssen.

Drittes Mittel zur Anlockung der "Abzocker" sind Steuerabzüge. Noch darf jeder Kanton seine Steurabzüge mehr oder weniger autonom festlegen. Dadurch wird eine fixe Einkommensgrenze von 250'000 Franken im Jahr, wie sie die SP-nitiative fordert, flexibel, sehr flexibel.

Und aus dem heutigen Steuerwettbewerb wird dann ein Steuerabzugswettbewerb.

In der Folge wird alles, was mit Steuern zu tun hat, komplizierter und noch komplizierter.Aber deswegen sicher nicht gerechter.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Fertig fertig mache

Das wäre mein Slogan gewesen.

Alle amtlichen Überlegungen zu "Fertig Puff": Hier

Montag, 11. Oktober 2010

Der Geschmack Europas


Pizza in Neapel, Fish & Chips in Fulham, Kebap in Istanbul: Einfachheit ist die Gemeinsamkeit der europäischen Originale. Das Schnitzel in Wien mag feudal gross erscheinen, aber das heisst in Quadratzentimetern gemessen: "maximal 160".

Christian Seiler, ein Wiener, immer mal wieder in Zürich zu Gast,brauste los und brachte uns zwölf Reportagen heim mit den zwölf Rezepten: Buch bestellen

Freitag, 8. Oktober 2010

Ich schreibe wie Friederike

Ich schreibe nicht, um herauszufinden wer ich bin. Sondern ich schreibe, weil ich herausfinden will, wer so schreibt wie ich. Resp. umgekehrt: Schreibe ich wie Vargas Llosa oder wie einst Friedrich Schiller?

Ich bin doch kein hoffnungsloser Exhibitionist, nur weil ich herausfinden will, mit wessen Schreibstil mein Schreibstil verwandt ist. Heutzutage gibt es auf jede Frage eine Antwort. Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und diesen kurzen Text hier eingetragen.

Und siehe da:

Ich schreibe wie Friederike Mayröcker.

Mehr Mayröcker

Mittwoch, 29. September 2010

Levrat vs. Pelli

Levrat hat im Facebook 5000 Freundinnen und Freunde, Pelli 2000.

Nur gegenseitig befreundet sind sie nicht. Nicht mehr.

Trotzdem haben sie, was bei derart grossen Freundeskreisen nicht erstaunt, einige gemeinsame Freundinnen und Freunde. Weiterhin.

Zum Beispiel mich.

Mehr über Facebook

Dienstag, 28. September 2010

Betr. Pelli

Wenn Lügner Lügner Lügner nennen, sollten sie sich nicht gegenseitig vor Gericht ziehen, als kämpften Anwälte gegen Anwälte. Auch in diesem Fall politisieren nur Politiker gegen Politiker.

Sonntag, 26. September 2010

Staatskunde für Toni Brunner

Der SVP-Präsident will zu einem Regierungs-Opposition-System übergehen, sagt er in der heutigen Sonntagszeitung.


So, so. Nur: Die Oppostition: Das ist bei uns nicht die SVP.

Die Opposition: Das sind wir, das Volk.

Heute zum Beispiel dürfen wir abstimmen. Was wir nicht durchwegs im Sinn des SVP-Präsidenten tun werden.

PS: Ich hoffe einfach, dass die SVP ihre Volksinitiative zur Volkswahl des Bundesrats zu Stande de bringt. Damit dieses unsinnige Gezänk um Bundesratssitze, Konkordanz, Arithmetik etc. endlich aufhört!

Freitag, 24. September 2010

Gestern...

...fragte ich mich,nachdem ich meinen neuesten Auftritt gesehen hatte, warum ich mir das eigentlich antue.

Hoffentlich nicht, weil ich mediengeil geworden bin. Sondern:Weil ich auf solche Auftritte immer sehr viele Reaktionen erhalte. Von Leuten, die Ähnliches erlebt haben - und denen ich offenbar auf meine Art ein klein wenig Mut machen kann. Danke, das tue ich gern.

Trotzdem nahm ich mir gestern vor:

So, das war's für die nächste Zeit. Jetzt mache ich Pause. Ich will doch keine Tournee machen als Vorzeige-Behinderter der Schweiz.

Donnerstag, 23. September 2010

Heute bin ich bei Aeschbacher

Aber nervös bin ich deswegen nicht. Ich kann doch nichts mehr ändern. Die Aufnahme fand vergangenen Freitag statt.

Das Programm

Mittwoch, 22. September 2010

Theater


...ohne Spektakel, Kuss ohne Biss.

Montag, 20. September 2010

Meine gewagte Prognose für Mitttwoch

Die bürgerliche Mehrheit wird der SP die populäre Simonnettta Sommaruga nicht gönnen. Aber auch Jacqueline Fehr hat schlechte Karten: Man kennt sie zu gut in Bern. Niemand hat Lust auf neue Hennenkämpfe (erinnert sei die Fehr'schen Intrigen rund um Ursula Koch)

Also könnte sich das Szenraio rund um die Nichtwahl von Liliane Uchtenhagen wiederholen. Statt der Kronfavoritin der SP wird ein Mann gewäht, welcher der bürgerlichen Mehrheit besser passt. Dies wäre auch eine längst fälliger Fingerzeig zu Gunsten der SVP: Nicht nur die SVP soll darunter leider, dass sie ihre eigenen kandidaten nicht in den Bundesrat bringt. Jetzt kommt wieder einmal die SP dran.

Damit bleibt nur noch die Frage offen: Wer wird der "neue Otto Stich"?

Ich tippe auf Claude Janiak, von allen Lagern geschätzt, sogar in der SP selber. Jüngst hat Janiak wichtige Komissionen präsidiert samt dem Ständerat. Ausserdem hat er die richtige Herkunft: Baselland, eine Region, die bisher klar untervertreten war im Bundesrat.

Nicht zuletzt würde mit Claude Janiak der erste bekennde Schwule zum Bundesrat gewählt., womit sich die bürgerliche Mehrheit sogar "progressiv" nennen darf.

Und wenn der SP-Mann einmal gewählt ist, kommt bei der Merz-Ersatzwahl die Frau zum Zug.

Mal sehen!

Mittwoch, 15. September 2010

Schmal und schlau


Nachher sind wir alle schlauer. John Kenneth Galbraith jedoch, verstorbener amerikanischer Ökonom mit schottischen Wurzeln, sah die Finanzkrise kommen: "Eine kurze Geschichte der Spekulation": heisst sein Werk, das 20 Jahre alt ist, aber jetzt neu erscheint, sogar auf deutsch: Unverändert! Schmal! Schlau! Kompliment!


Darin hätten wir schon vorher nachlesen können, wie sich grosse Crashs ankündigen: Wie Euphorie entsteht. Wie vor allem Leute mit viel Geld behaupten, dass nichts schief gehen kann (Ebner & Schiltknecht lassen grüssen). Warum wir aufpassen müssen, wenn immer neue Finanzinstrumente "erfunden" werden


Und so weiter und so fort.


*****


Montag, 13. September 2010

Joe Lang vs. Marc Rich

Marc Rich: Viele haben viel über ihn geredet, die meisten schlecht. Nur wenige kannten ihn. Kein Journalist kam jemals an ihn heran.


Mit einer Ausnahme: Mein Freund Daniel Ammann traf ihn. Im Büro in Zug, auf den Skiern in St. Moritz, in der Villa in Meggen LU. Daniel Ammann sprach mit seiner Ex-Frau, seiner Sekretärin und vielen seiner Geschäftsfreunde. Herausgekommen ist eine überraschende Biografie, die manches Vorurteile widerlegt. Und die uns alle lehrt, wie der globale Handel mit Rohstoffen funktioniert: Ideologie-frei. Ob Fidel Castro, das Apartheid-Regime in Südafrika oder die Ajatollahs im Iran - entscheidend ist die Marge, sonst nichts.


In Daniel Ammans Buch erfahren wir auch, wie konsequent und emotionslos sogar ein Schweizer Politiker ticken kann. Joe Lang, links-alternativer Nationalrat aus Zug, notorischer Kritiker von Marc Rich und langjähriger anti-imperialistischer Kämpfer wider die USA.


Ausgerechnet dieser Joe Lang wurde vom FBI angefragt, auf dem Flughafen Hausen am Albis einen Mechaniker als Spitzel anzuheuern, weil dort Marc Rich sein Privatflugzeug parkiert hatte. Auf diese Weise wollte das FBI Näheres über die Reisepläne von Marc Rich erfahren, um diesen endlich verhaften zu können.


Joe Lang jedoch winkte ab. Mit den Worten: "Sorry, ich bin Politiker, kein Polizist"


Mehr über den Ölkönig




Samstag, 11. September 2010

Aufruf zur Bundesratswahl

Die SVP hat auch eine richtige Antwort: Das Volk soll den Bundesrat wählen.

Dann nämlich schafft es kein Blocher,kein Maurer und auch kein Rime. Dann hätten die sieben Gewählten die nötige Legitimation. Wir hätten keine "Nieten" mehr in Bern - während andere, die sich auf Zickenkriege einlassen, still abgewählt würden, so wie es das Volk in in den Kantonen und den Städten regelmässig tut. Sogar die lateinische Schweiz hätte, wie es im Kanton Bern Tradition ist, reservierte Sitze, der Friede bliebe im Land.

Von unten nach oben: Was in den Dörfern klappt, funktioniert in der Eidgenossenschaft. Nur die SVP, die seit der Abwahl von Blocher beleidigt schmollt. müsste sich schleunigst ein neues Thema suchen.

Also rufe ich auf:

Unterschreiben!

Hier

Freitag, 10. September 2010

Letzte Frage zur Bundesratswahl

Warum steckt das jetzige 7er Gremium in der Krise?

Weil kein Rime drin ist?

Oder weil allen Gewählten (ink. Ueli Maurer) die nötige Legitimation fehlt?

Donnerstag, 9. September 2010

Nächste Fragen zur Bundesratswahl

Als Zürcher Ständerat wurde Christoph Blocher nicht gewählt, als Bundesrat schon, wenn auch nur für kurze Zeit. Warum bloss?

Als Zürcher Regierungsrat hatte Ueli Maurer keine Chance.

Jetzt regiert er trotzdem im Bundeshaus von Bern mit, wenn auch ohne grossen Erfolg

Warum aber schaffte er die Wahl ?

Montag, 6. September 2010

Eine Frage zur Bundesratswahl

Die SVP hält in der Regierung der Stadt Zürich null von neun Sitzen.

Die SVP hält in der Regierung von Basel-Stadt null von sieben Sitzen.

Die SVP hält in den Rgierungen der Kantone Baselland und Aargau einen von fünf Sitezen.

-Frage: Warum bloss?

Warum ist diese Partei - gemssen an den Wahlanteilen - in den Regierungen derart krass untervertreten?

Freitag, 3. September 2010

Vier Fragen rund um Sarrazin

1. Wer wurde wann wo von wem warum und wie gesteinigt?
2. Welche Meinung wird konkret unterdrückt?
3. Werden gar Bücher verbrannt?
4. Wo ist das Problem?

Donnerstag, 2. September 2010

Slalom mit Markus Somm

Als Student war er ein radikaler Linker, dem bewaffnenden Kampf zuneigend. Siehe hier.


Dann wurde aus ihm ein stinknormaler Sozialdemokrat. Ende der 90er Jahre, ich war damals Leiter der Bundeshaus-Redaktion von FACTS, kam Markus Somm in der Wandelhalle auf mich zu, geschickt von der Bundeshausredaktion des Tages-Anzeiger.Ihr Motiv: Die Tagi-Angestellten in Bern wollten eine Lohnzulage verlangen - zum Ausgleich der Steuertarife, die in Bern so viel höher seien als in Zürich. Somm wollte dieses Anliegen direkt dem damaligen Konzernchef Michel Favre unterbreiten, als dieser sämtliche Tamedia-Mitarbeiter in Bern zu einem feinen Nachtessen ins Lorenzini-Du Théatre einlud.

Da werde ich strikt dagegen votieren, im Beisein von Favre, kündigte ich Somm an. Ich spreche mich in FACTS doch ständig zu Gunsten des Steuerwettbewerbs aus, also könne ich solch abstruse Forderungen sicher nicht unterstützen. Ich wohnte damals auch gar nicht in Bern, sondern ich pendelte von der Stadt Zürich nach Bern.


Und sagte zu Somm: "Wenn es Dir die in Bern nicht gefällt, zügle nach Zürich! Oder nach Zug! Dort sind die Steuern noch tiefer!"

Am Nachtessen - es gab wie ü blich bei Favre exzellenten Wein - verlor Somm keine Silbe über unterschiedliche Steuertarife. Und kaufte später, als er definitiv kein Linker mehr war, ein grösseres Haus Wädenswil. Dort sind die Steuersätze nicht gar so tief wie vis-a-vis in Herrliberg, aber sehr viel tiefer als in Bern, ganz zu schweigen von Basel-Stadt!


In neuerer Zeit fährt Somm seinen Slalom immer schön parallel zum grossen Christoph. Einmal knallhart gegen die Steuerabkommen mit den USA, dann sanft dafür. Linientreu.


Ich freue mich jetzt schon auf die Schnitzerlbänke an der nächsten Fasnacht!



Montag, 30. August 2010

Freitag, 27. August 2010

WWW

Ab heute taucht auf auf meiner Blogliste ein neuer Name auf:der Wanderpapst.

Unter der Abkürzung WWW (Widmer wandert weiter!)

Mittwoch, 25. August 2010

Ein Genuss!


Bis gestern wusste ich nicht, was ein charmantes Buch ist.

Dann habe ich zum ersten Mal den "Geschmack der Liebe" in die Hände bekommen, wunderbar formuliert von meinem Freund Jost auf der Maur, wunderschön illustriert von Peter Gut.
Ich emfphle es allen Frauen und Männern!

Hier zum Sonderpreis

Montag, 23. August 2010

Lektüre für Journalisten


Endlich gelesen! Und dank Martin Suter neu erfahren:

Jeder von uns Journalisten kann aus dem künstlichen Koma erwachen. Um dann um viele Ecken herum womöglich zur Erkenntnis zu gelangen:

Die Wirklichkeit ist nicht immer so simpel, wie wir sie uns zuvor im Kopf zurecht gebastelt haben. Ein paar von uns täuschen sich in Freund wie Feind. Während andere so weiter daher schreiben, als ob sie die Wahrheit für sich gepachtet hätten.Bis in alle Ewigkeit.

Sonntag, 8. August 2010

Betr. Hans-Rudolf Merz

Jetzt dürfen alle alles über ihn sagen. Und ich will das nochmals sagen, was ich am Tag seiner Wahl geschrieben habe:
Volltext

Dienstag, 27. Juli 2010

Jede Stimme zählt!

Wer unsern Echtzeit-Verlag unterstützen will, kann das jetzt tun:
Hotlist der unabhängigen Buchverlage für den deutschen Buchpreis

Montag, 26. Juli 2010

Neulich habe ich geflunkert


"Eines an einem Tag", hätte ich gelesen, ein Buch an einem Tag, schrieb ich hier neulich. Doch das schaffe ich leider nicht mehr, in Wahrheit brauchte ich auch für "Zwei an einem Tag" drei oder vier Tage. Aber die Besonderheit bei
David Nicholls besteht darin, dass ich auch in drei oder vier Tagen nicht rausgeflogen bin. Immer wenn ich das Buch neu in die Hand nahm, blieb ich mitten drin.Das ist mir schon lange nicht mehr passiert.

Freitag, 23. Juli 2010

Eines an einem Tag

Habe wieder mal ein ganzes Buch fertig gelesen. Eines an einem Tag. Von vorn bis hinten. Weil es so gut geschrieben ist. Und als ich am Ende gelangt war, habe ich ein zweites Mal ganz vorn beginnen müssen. Bei diesem Buch will man am Ende erst recht wissen, wie es wirklich angefangen hatte.

Wer immer noch nicht weiss, welches Buch ich meine:

David Nicholls: Zwei an einem Tag

Dienstag, 20. Juli 2010

Wie gross wird die Schweiz?

Das Zentralorgan für die Unabhngigkeit und Neutralität der Schweiz, abgekürzt ZUNS, liess neulich via Umfrage abklären, welche Völker der benachbarten Regionen gegebenfalls der Schweiz beitreten würden. Resultat: alle möchten gern, alle.

Nur: Das wäre eine einseitige Aktion gegen uns.Das letzte Wort über diese Frage hätten nämlich wir Schweizerinnen und Schweizer. Als Baselbieter, im Jahr 1967 sieben Jahre jung, war ich damals stolz auf den Kleber auf unserem VW Käfer: "Baselland bleibt selbständig". Wie die Volksabstimmung zeigte, blieb Baselland selbständig, ohne Basel-Stadt.

Und als Schweizer im Jahr 2010 bin ich mir ziemlich sicher: Wir würden weder Baden-Württemberg (D) aufnehmen wollen. Den Vorarlberg (Ö) auch nicht, so wenig wie die Regionen Savoyen/Hochsavoyen (F). Und Como/Varese (I) schon gar nicht.

"Die Schweiz bleibt selbständig!", ohne Elsass.

Montag, 19. Juli 2010

Wie viel Geld ist meine Webseite Wert?

Im Internet gibt es allerhand exakte Informationen . Auf obige Frage antwortet zum Beispiel diese Adresse hier.

Soeben habe ich die url meiner persönlichen Webseite eingeben und einen Wert von 1'724 Franken und 70 Rappen erhalten. Ich finde das eindeutig zu wenig,zu diesem tiefen Preis würde ich nie verkaufen. Mein Blog hingegen, das würde ich noch so gern hergeben!

Samstag, 10. Juli 2010

Neulich war ich im Kloster

Für ein Wochenende nur, aber immerhin: Ein weiteres erstes Mal in meinem Leben!
Mehr

Freitag, 9. Juli 2010

Blogger Moritz

Ich habs schon seit längerer Zeit vermutet: Kollege M.L. tritt immer kürzer und kürzer. Siehe zum Beispiel hier.

Freitag, 2. Juli 2010

Fränkli

"Der Euro fällt ins Bodenlose und die Nationalbank darf nicht intervenieren": So steht es heute in grossen Buchstaben auf Seite 1 im Tagesanzeiger.

Ich sehe es anders:

Erstens fällt der Euro nicht ins Bodenlose, sondern auf Franken 1.30. Bald könnte 1 Euro auf Franken 1.20 fallen. Das ist kein Horror-Szenario, sondern meine persönliche Einchätzung, die ich hier seit einiger Zeit vertrete.

Zweitens darf die Nationalbank alles. Sie ist politisch unabhängig. Sie könnte invervenieren, wenn sie nur wollte. Falls sie jetzt tatsächlich nicht mehr interveniert, dann will sie nicht.

Drittens frage ich mich, woher der Tagesanzeiger weiss, dass die Nationalbank nicht mehr intervenieren darf resp. nicht mehr will. Bekanntlich hat sie noch nie ein Wechselkursziel deklariert, mit einer einzigen Ausnahme während einer kurzen Phase unter dem legendäten Fritz Leutwiler in den 70 er Jahren.

Warum hat die Nationalbank seither nie mehr ein Wechselkursziel deklariert? Weil alle Devisenhändler dieser Welt damit eingeladen würden, die Position resp. die Glaubwürdigkeit der Schweizer Nationalbank auszutesten.

Umgekehrt deklariert die Nationalbank ein Zinsziel, offen, ehrlich, regelmässig. Dieses Ziel hält sie ein. Streng. Der 3-Monats-Libor liegt haargenau dort, wo ihn die Nationalbank haben will: bei 0,1 Prozent, einem historischen Tiefstsatz.

Was ein deugliches Signal ist: an mich, den Zürcher Tages-Anzeiger und die ganze Welt: Die Nationalbank will verhindern, dass der starke Franken noch stärker wird.

Ob das gelingt, werden wir sehen. Bei 1 Euro zu Franken 1.20 geht die Schweiz auf jeden Fall noch nicht unter.

Dienstag, 22. Juni 2010

Die Aufgabe der Nationalbank

Die Nationalbank ist nicht dazu da, Gewinne erzielen. Otto Stich hat damit angefangen, Kaspar Villiger hat den Unsinn zur Spitze getrieben: Gewinne der Nationalbank wurden an die Politiker verteilt. Zum Geld ausgeben. Das geht bis heute so.

Aber die Schweizer Nationalbank sollte sich vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen, als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten und dabei die Konjunktur berücksichtigen. So steht es in der Verfassung und in vielen Gesetzen.

Währenddessen zieht der Tages-Anzeiger von heute - wohl aus Angst, dass die Gewinnverteilungsquelle versiegt - bizarre Vergleiche zwischen dem Eigen- und dem Fremdkapital bei der UBS, der CS und der Schweizer Nationalbank. Als ob die Schweizerische Nationalbank, welche die zur Zeit härteste Währung der Welt hütet, vor dem Konkurs stünde. Als ob sie nicht unendlich viele Franken zur Verfügung hätte, um damit Euros zu kaufen. Das tut die Schweizer Nationalbank in diesen Tagen: Nicht um Gewinne oder Verluste zu erzielen, sondern um dafür zu sorgen,dass unsere Währung nicht oben hinaus schiesst.

Im Prinzip hat die Nationalbank dazu zwei Mittel zur Verfügung:

Erstens kann sie sich ein Zinsziel vorgeben. Das tut sie bereits. Sie hält die Zinsen tief, Richtung null Prozent, tiefer geht nimmer. Das ist keine Politik des "billigen Geldes", sondern eine Ankurbelung der Konjunktur in schwierigen Zeiten wie diesen.

Zweitens kann die Nationalbank ein Wechselkursziel formulieren. Genau das tut sie inzwischen, allerdings ohne dieses Ziel explizit an die grosse Glocke zu hängen.Was mir klug erscheint, weil sich die Nationalbank damit etwas Flexibilität behält.

Lange sah es so aus, als ob die Nationalbank den Euro "deutlich über Fr. 1.50" halten wollte. Daraus wurde "deutlich über Fr. 1.40". Mittlerweile sieht es nach "deutlich über Fr. 1.30" aus und wohl bald nach "deutlich über Fr. 1.20". Auch das wäre noch keine Aufgabe unserer Souveränität. Sondern ein pragmatischer Schritt zur Integration in die die europäische Währungsunion. Ein typischer schweizerischer autonomer Nachvollzug, wie er Sitte und Brauch geworden ist.

Wir leben auf keiner Insel. Vor allem wollen wir die erfolgreiche exportorientierte Volkswirtschaft bleiben, die eine Zukunft haben soll: Hierzulande , im Herzen der europäischen Währungsunion!

Früherer Post zum Thema

Donnerstag, 27. Mai 2010

Fällt der Zins unter Null?

Der Libor für 1 Monat fällt und fällt. Zur Zeit auf 0,03.



Nun kann man einwenden: Wer interessiert sich schon dafür, zu welchem Zinssatz sich Banken in London gegenseitig das Geld ausleihen?



Ich schon. Denn ich habe eine Libor-Hypothek auf Monatsbasis. Meine Hausbank, die Credit Suisse, schlägt ihre Marge von 0.75 Prozent drauf. Also zahle ich zur Zeit 0,75 + 0,03 = abgerundet 0,8 Prozent Hypozins. Viel tiefer geht kaum mehr, es sei denn, der Libor fällt auf 0,00 Prozent.



Da drängt sich die Frage auf: Könnte der Libor sogar unter Null sinken? Dürfen sich Banken belohnen, wenn sie sich gegenseeitig Geld ausleihen?

Wohl kaum.

Umekehrt geht das schon. Man darf Leute dafür betrafen, dass sie Geld anlegen.

Das wurde in der Schweiz bereits einmal erfolgreich angewendet: irgendwann in den siebziger Jahren unter dem damaligen Nationalbank-Präsidenten Fritz Leutwiler. Wenn zu viele Ausländer Schweizer Franken nachfragen, kann die Nationalbank dafür sorgen, dass der inländische Zins für die Anlagen der Ausländer ins Negative fällt, um eine Massen-Flucht in den Schweizer Franken abzuwehren. Das funktioniert technisch so.

Zur Zeit deutet alles darauf hin, dass dieses Szenario wieder Wirklichkeit wird. Der Euro schwächelt. Dollar, Yen und Pfund scheinen in Gefahr. Nur eine Währung wird stark und stärker: Der Schweizer Franken.

Dienstag, 25. Mai 2010

Sell in May and go away!

Wer rät mir rechtzeitig, wann ich welche Aktien kaufen resp. verkaufen soll?

Ich mir selber. Am zweitletzten Tag des letzten Jahres wagte ich ich an dieser Stelle ein paar Prgnosen. Und für ein einziges Mal muss resp. darf ich sagen. So weit lag ich nicht daneben!

Freitag, 21. Mai 2010

8 Vorurteile über die Schweizer Jugend

1. Sie prügeln.
2. Sie saufen.
3. Sie hängen nur herum.
4. Sie ernähren sich von Fast Food.
5. Sie sitzen dauernd vor dem Bildschirm.
6. Sie denken zuerst an Sex.
7. Sie kiffen.
8. Sie vereinzeln.


Mehr

Mittwoch, 12. Mai 2010

Knigge für Reiche


Seit Jahren dreht und dreht sich die Abzocker-Debatte im Kreis. Was hilft?
Vielleicht drei simple Regeln

Montag, 10. Mai 2010

Zur Zukunft des Frankes

Im späten Herbst sah es so aus, als ob die Schweizer Nationalbank den Euro auf einem Niveau von "deutlich über Fr. 1.50" stabilisieren könnte. Ich erinnerte mich an die Zeiten von Fritz Leutwiler, als es die Deutsche Mark noch gab und Fritz die Devise ausgab, wonach eine Deutsche Mark "deutlich über 80 Rappen" sein soll.

Dann kamen die ersten Signale aus Griechenland, und es sah so aus, dass der Euro mit etwas Glück auf "deutlich über Fr. 1.40" gehalten werden könnte.

Seit dem heutigen Tag, da die EU-Länder so tief und solidarisch in ihre Tasche greifen, kann die Schweizer Nationalbank obiges Ziel sogar halten. Nur: Was heute gilt, gilt nicht ewig. Auf längere Frist sehe ich den US-Dollar auf 1:1 zum Schweizer Franken, den Euro auf "deutlich über Fr. 1.30" und auf noch längere Frist auf "deutlich über Fr. 1.20".

Let's face it!

Sonntag, 9. Mai 2010

Zur Zukunft des Euro

Nachher sind alle klüger. Ich verweise auf meine Posts von früher:



Post vom 9. März 10
Post vom 18. März 10
vom 24. März 10
Post vom 27. Oktober 08

Samstag, 1. Mai 2010

Miriam Burnout Meckel, continued

Das prominenteste Burnout-Opfer im deutschsprachigen Raum rappelt sich vom Schreiben ihres Bestsellers auf.

Die am 31. März begonnene digitale Diät war offenbar so erfolgreich , dass Mijam Meckel diese bereits beenden konnte. Gestern nämlich stellte sie eine Karte ins Netz: "Was ist das?", lockt sie uns listig.

Alterer Post zum Thema

Dienstag, 27. April 2010

H stellt sich vor


H, weiss H, kommt als einziger Laut in allen Sprachen vor. Im Anfang, denkt H, war nicht das Wort, sondern ein gehauchter Laut, aus dem alles Weitere sich ergab.

1999 haben Felix Kauf und Michel Mettler begonnen, sich Episoden rund um H zu schicken. Entstanden sind 86 Kurz- und Kürzestgeschichten, die den Flaneur der Nullerjahre umkreisen:

In loser Folge zeigt sich H, ganz mit sich selbst beschäftigt und immerzu auf Wirkung bedacht, in alltäglichen Situationen, die darum keine sind, weil Hs Anwesenheit sie in Spiegelkabinette verwandelt.

Mit Zeichnungen von Andres Lutz.

Das neue Buch in Echtzeit:Bestellen

Samstag, 24. April 2010

Hat Hans-Rudolf Merz einen Hirnschaden?

Ich habe einen. Einen nachweisbaren. Aber ich behaupte deswegen nicht, ich wüsste genau, was ein Hirnschaden ist. Ich bin schon glücklich, in der Lage zu sein, die Titel-Story im heutigen Magazin lesen und grob erfassen zu können.

Darin wird übrigens nicht explizit behauptet, Bundesrat Merz habe einen Hirnschaden. Diese Diagnose wird vielmehr in den Raum gestellt, indem ein mir bis anhin unbekannter Psychiater mit Namen Bernath wie folgt zitiert wird:

"Ich glaube nicht, dass man sich erholt. Das glaube ich keinem Einzigen."

Bernath war selber Patient. Sein Herz hatte, ähnlich wie bei Bundesrat Merz, zehn Minuten lang ausgesetzt. Das war vor acht Jahren gewesen. "Ich müsste einen schweren Hirnschaden haben, eigentlich», sagt der Psychiater Bernath. "Das Problem liegt darin, dass man es nicht merkt, wenn man einen Hirnschaden hat. Ich habe damals genau geschaut, wie mir die Leute begegnen, und die Leute waren ihrerseits auch am Abpassen, ob man bei mir etwas merkt. Alle haben mich zweiflerisch betrachtet, in ihren Gesichtern stand immer diese unausgesprochene Frage."

Was Bernath inhaltlich sagt, kann ich trotz meines nachweisbaren Hirnschadens voll bestätigen:
Ja, das Problem liegt tatsächlich darin, dass man es selber nicht unbedingt merkt, wenn man einen Hirnschaden hat.

Belegt wird die These, wonach Hans-Rudolf Merz nach seinem gefährlich lange anhaltenden Herzstillstand womöglich einen Hirnschaden erlitten haben könnte, mit "Aussetzern", wie sie beim amtierenden Finanzminister offenbar vorkommen. Konkret wird dies zum Beispiel anhand folgender Anekdote erzählt:

"In der letzten Frühlingssession, während der Debatte über das Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA, stellte Stähelin (gemeint ist ein Ständerat aus dem Thurgau) Merz die Frage, wie sich dieses neue amerikanische Gesetz, der Foreign Account Tax Compliance Act, der am gleichen Tag in den USA durch den Senat ging und ab 2013 den automatischen Informationsaustausch erzwingen wird, zum Doppelbesteuerungsabkommen verhalte. Merz beantwortete die Frage nicht. Merz habe es "schlicht und einfach nicht im Griff gehabt", sagt Stähelin.

Nun habe ich diese Frage von Stähelin, die offenbar spontan gestellt wurde, einmal gelesen. Dann ein zweites Mal. Und seither frage ich mich, wer hat hier - neben mir - einen Hirnschaden?

a) Bundesrat Merz, der auf eine derart simple Frage schlicht nicht souverän antworten kann?

b) Ständerat Philipp Stähelin, der als mehrfacher Verwaltungsrat im Gesundheitswesen indirekt zu womöglich voreiligen Diagnosen Hand bietet?
c) der vermeintlich gesunde Journalist, der via Magazin hirnkranke Leute wie mich zu hinterhältigen Fragen verleitet?

Montag, 19. April 2010

Faceboook vs. Google

Die Gruppe von Facebook kämpft gegen die Truppe von Google, was .sogar kleine Leute wie ich zu spüren bekommen. Bisher liess ich meinen Blog, den ich mit einer Gratis-Sofware von Google füttere, gratis und automatisch auf Facebook mitlaufen. Das klappte hervorragend. Es dauerte drei, vier, maximal fünf Stunden, dann wurden mein Posts auf Facebook aufgeschaltet. Manche meiner vielen Facebook-Freunde regierten sogar. Während die wenigen Leserinnen und Leser meines Blogs still schweigen - und im besten Fall anonym kommentieren.

Doch heute? Da dauert es drei, vier, manchmal fünf Tage, bis zum Beispiel diese lumpigen paar Worte auf Facebook erscheinen. Was tun? Wie alle direkt ins Facebook schreiben, ob ich zur Asche von Island und den zu meiner Freude fehlenden Spargeln aus Peru und Mexiko etwas zu sagen hätte?

Mehr zur Taktik von Facebook

Freitag, 16. April 2010

Scheindebatten

Auch wenn das "jugoslawische Modell" überwunden und Ota Sik gestorben ist, die Schweizer SP bleibt die Schweizer SP. So wie die Schweizer Armee nie die beste der Welt sein wird, nur weil Ueli Maurer gegen seinen Willen "Sicherheit durch Kooperation" befiehlt. Es ändert sich nichts, wenn die Aktionäre der UBS den alten Herren der UBS die Décharge erteilen oder nicht.

Es muss heute Abend auch niemand die "Arena" schauen. So gewinnen wir Zeit und gute Laune!

Donnerstag, 15. April 2010

Die Tragik des Kaspar V.

Als freisinniger Finanzminister war er angetreten, den Schlendrian seiner sozialdemokratischen Vorgänger Otto Stich und Willi Ritschard vergessen zu machen. Er ist dabei grandios gescheitert. Kein Finanzminister hat den zukünftigen Generationen der Schweiz so viele Schulden beschert wie er. Diesbzüglich schneidet sogar Kaspars freisinniger Nachfolger besser ab. Der hat sein Gesicht anderswo verloren.


In der Zwischenzeit ist Kaspar V. als freisinniger Ex-Finanzminister angetreten, das Abzocken seiner freisinnigen Kollegen bei der grössten Schweizer Bank auf sozialdemokratische Art zu lösen. Indem er das nötige Vertrauen schafft bei Jung und Alt, Arm und Reich, im In- und Ausland. Darauf warten wir nicht erst seit gestern.

Dienstag, 6. April 2010

Das Ziel ist der Weg




Wer mit dem ""Wanderpapst der Schweiz" (der Spiegel über Thomas Widmer) geht, ist unterwegs durchs ganze Jahr im ganzen Land auf inzwischen 3 x 52 = 156 Touren: zum Entdecken in drei wunderschönen Bänden. Der erste , für einige Zeit vergriffen, trägt den neuen Titel "Zu Fuss. Andacht an der Steilwand".

Der zweite Band heisst weiterhin "zu Fuss 2".

Heute endlich erscheint der nächste und - vorderhand - letzte Streich:
"Zu Fuss. Die verschwundene Steilbahn." *****

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Montag, 5. April 2010

Zur Zukunft von Ostern

"Mehr Good News": Das wollte die katholische Kirche der Schweiz verbreiten. Offenbar wurden bereits 500 Plakate gedruckt, gestaltet vom Zürcher Star-Designer Beda Achermann. Vorab wurden die Sujets im Internet gezeigt. Nachdem die Zeitung "Sonntag" darüber berichtet hatte, ist den Bischöfen und Priestern aber bewusst geworden, dass "Mehr Good News" vielleicht doch nicht perfekt zur aktuellen Nachrichtenlage passen. Prompt haben sie reagiert. und zumindest ihre Webseite, die sie zuvor extra unter dem Namen www.mehrgoodnews.ch reserviert haben, vom Netz entfernt. Ob die Plakate trotzdem und tatsächlich aufgehängt werden? Wir werden es sehen oder eben nicht sehen.

Freitag, 2. April 2010

Zur Zukunft des Buchs

Das Schöne am Karfreitag: Man hat Zeit für die NZZ vom Donnerstag. Und liest einen Artikel von Cora Stephan über die Zukunft des Buchs.

Dort stösst man zuerst auf eine Erkenntnis zur Gegenwart des Buchs:

"Das Teure am Buch ist nicht seine gegenständliche Existenz. Die Druckkosten sind marginal in Relation zu den bis zu 50 Prozent vom Buchpreis, die an den Buchhandel gehen."

Hat man das einmal begriffen, wird auch klar, wem die höchste Gefahr lauert:

Aurorin Cora Stephan: "Es sind nicht die Autoren, die sich vorm E-Book am meisten fürchten müssten, sondern vor allem der Buchhandel."

Überdies habe die Zukunft bereits begonnen: "Es wird Amazon sein, der Online-Handels-Riese, der das Bündnis zwischen Buchhandel, Verlagen und Autoren zerschlagen könnte. Amazon stellt seit kurzem eine Plattform zur Verfügung, auf der Autoren ihre Bücher selbst veröffentlichen können – und zwar auch ohne Verlag. Man will dabei die Autoren mit 70 Prozent am Erlös beteiligen (zum Vergleich: An den Buchhandel gehen bis anhin um die 50 Prozent). Auch Apple verhandelt momentan mit den sechs grössten amerikanischen Verlagsgruppen über ähnliche Konditionen. Eine Revolution? Zweifellos. Nur in Europa versucht man die Sache zu verschlafen."

Vorläufiges Fazit von Cora Stephan : "Gedruckt wird nur noch, was sich in seiner digitalen Form bereits bewährt hat – und auch nur, wenn der Leser es will. Was dann noch auf einem Büchertisch landet, ist es wert, ins Regal gestellt zu werden.

So wird es womöglich weiterleben: DAS BUCH."



Der NZZ-Artikel im Volltext

Donnerstag, 1. April 2010

Neulich traf ich Daniel Albrecht


Ich sprach mit ihm über das Leben nach und mit einer Hirnverletzung.

Volltext

Dienstag, 30. März 2010

Ruth Metzler: Das Comeback

Offenbar gibt es einen neuen Job, für den die junge Alt-Bundesrätin gehandelt wird: Generaldirektorin der SRG.

Montag, 29. März 2010

Ich Amateur

Sind wir ehrlich: Wir alle irren manchmal. Die im Sommer 08 neu gegründete Partei der Mitte hat zwar noch immer nicht die richtige Internet-Adresse, aber dennoch eine Zukunft.

Mein Post vom 24. Juni 2008.

Mittwoch, 24. März 2010

Die nächste Krise ist eine Währungskrise

Ich wiederhole mich dauernd, aber als notorischer Rechthaber muss man . Alle Staaten leben über ihre Verhältnisse. Das bildet sich prompt ab: bei den Kursen ihrer Währungen. Der Euro sinkt. Und weil die USA, Japan und vor allem Grossbritannien ebenfalls übermarchen, steigt nicht der Dollar, nicht der Yen, nicht das Pfund. Sondern unser Franken. Und das wird so lange weitergehen, so lange die Schweiz das einzige Land der Welt ist, welches die strengen Kriterien von Maastricht noch erfüllt.

Sonntag, 14. März 2010

Zur Zukunft des Euro


Alles wie in der Schule: Wer hat die Hausaufgaben gemacht, wer nicht?

Streng war man in der EU vor allem am Anfang. Um bei der Währungsunion aufgenommen zu werden, mussten alle Länder so genannte Konvergenz-Kriterien erfüllen.

Erstens durfte die Neuverschuldung der einzelnen Staaten maximal 3 Prozent des BIP betragen.


Im Jahr 2010 präsentiert sich die Wirklichkeit so:

9,8 Prozent Griechenland
8,5 Prozent Spanien
7,6 Prozent Portugal
5,4 Prozent Italien, der neue Musterknabe!






Zweitens durften sich die Gesamtschulden der öffentlichen Haushalte auf maximal 60 Prozent des BIP belaufen. Die Wirklichkeit präsentierte sich Ende 2009 so:

117 Prozent Italien
109 Prozent Griechenland
73 Prozent Portugal
55 Prozent Spanien, der neue Musterknabe!

Ich will hier keine Zeugnisse verteilen. Als kleiner Blogger frage ich mich einfach, warum der Euro, gemessen in Schweizer Franken, weiterhin so stark ist.

Meine Prognose: Das dicke Ende kommt erst!

Dienstag, 9. März 2010

Zur Zukunft des Frankes

Island, Griechenland. Die nächsten Kandidaten sind Spanien, Portugal. Und immer das gleiche Theater: Der Euro wird schwach und schwächer.

Nur eine Währung wird stark und stärker. - Welche?

Der US-Dollar ist es nicht. Denn die USA stehen bzgl. Verschuldung schlimm da, schlimm in absoluten Zahlen.

Der japanische Yen ist es auch nicht, Japan hat als Hafen der Stabilität und Sparsamkeit abgedankt.

Das britische Pfund ist es sicher nicht. Grosbritannien steht bzgl. Verschuldung am schlimmsten da, diesmal in relativen Zahlen.

Kurzer historischer Rückblick: In Maastricht haben sich die EU-Länder auf einige wenige Regeln geeinigt. Diese Regeln werden heute von keinem Land der Welt eingehalten werden, schon gar nicht in Europa innerhalb der EU. Bis auf eine Ausnahme: Mutter Helvetia.

Die seit etwa drei Monaten andauernde Währungskrise könnte nach folgendem Szenario weiter laufen:

Der Schweizer Franken wird, da i internationaler Rettungsanker, noch stärker. .Die Exportindustrie wird, angeführt von der Uhren-Familie Hayek, ein Geschrei veranstalten, wie aus der jüngeren Wirtschaftsgeschichte bestens bekannt. Die Nationalbank wird tun, was sie bisher tat: Die Zinsen tief halten. Die sind schon nahe bei null, tiefer geht kaum. Also muss die Nationalbank direkt am Markt intervenieren, mit stärker werdenden Franken schwächer werdende Euros aufkaufen. Darauf wird die politische Rechte, angeführt von Blocher & Schiltknechtschreien. Die Schweiz solle bitte autonom und stark = autark bleiben.

Eine Zeit lang wird die Nationalbank ein bisschen intervenieren, ein bisschen zuschauen, wieder ein bisschen intervenieren, wieder ein bisschen zuschauen - bis wirHinterletzten merken:

Wirklich autonom sind wir Schweizer nicht.

Derweil werden die Importgüter in Folge des angestiegenen Frankens billiger, was die Inflation tief hält, nahe bei null . Auch die Zinsen bleiben tief, danhe bei null. Bis dann....

bis dann was?

Bis der Euro so tief fällt, dass die EU in ihrem Innern endlich für Ordnung und Stabilität sorgt, um den Euro in die Zukunft zu retten. Aber bis dann vergehen noch ein paar Jahre.

Sonntag, 7. März 2010

Miriam Burnout Meckel

Sie gibt ein Interview ums andere,heute in der SonntagsZeitung, gestern im Tagesanzeiger, in dem sie u.a. behauptet hat, das menschliche Hirn sei nicht fürs Multitasking geschaffen.Nächsten Sonntag folgt eine Sternstunde Philosophie am TV. Sie bloggt., fleissiger als es Moritz Leuenberger je getan hat. Sie schreibt Bücher (die Mehrzahl ist beabsichtigt). Sie schreibt Kolumnen in Publikumszeitungen und Artikel in Fachzeitschriften. Als Professorin ist sie aktiver als die meisten ihrer männlichen Kollegen. Sie sieht gut aus und tritt gern auf.

Kurz und gut: Sie ist eine klassische Kandidatin fürs Burnout. Welches sie bereits überstanden hat. Um nun ehrlich und authentisch darüber auf allen Kanälen zu reden, bevor sie sich verabschiedet - für ein Semester nur. Im Ausland, berufshalber. Alles Gute und bis bald!

Mittwoch, 3. März 2010

Eigentor der Buchhändler

Sie waren die Lobby für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung: Die Buchhändler. Jetzt haben sie ihr Ziel erreicht. Nach dem Nationalrat folgt ihnen auch der Ständerat.

Allerdings mit einem Ausnahme-Sonder-Paragrafen. Der Internet-Buchhandel soll von den künftig fixen Preisen befreit sein . Wird dieses Modell in die Realität umgesetzt wird, haben die Buchhändler ein klassisches Eigentor geschossen. Dann können die Kleinen ihre Läden schliessen. Dann wandert das Geschäft endgültig ins Internet ab.


Schlimm ist das nicht. Es sind ja nicht die Buchhändler, die "das Kulturgut Buch" herstellen. Sondern die Autorinnen, Autoren und Verleger.

Dienstag, 2. März 2010

Zur Wiedereinführung der Buchpreisbindung

Wer profitiert davon?

Die Buchhändler, die sich dem Wettbewerb bald nicht mehr stellen müssen, sondern wieder auf fixe Preise abstellen dürfen.

Wer profitiert nicht?

Nicht die Verleger. Denn die Verleger verdienen immer gleich wenig, egal, ob ihre Bücher zu Aktionspreisen via Ex Libris verhökert werden oder zu teuern Preisen im Quartier-laden.

Es profitieren auch nicht die Autorinnen und Autoren. Die verdienen auch immer gleich wenig, egal, ob ihre Bücher zu Aktionspreisen via Ex Libris verhökert werden oder zu teuern Preisen im Quartier-laden.

Wie rettet wir das "Kulturgut Buch" in die Zukunft?

Indem wir die Buchhändler vom freien Markt befreien. Das haben unsere Politiker in Bern heute bschlossen. Launig, aber wahr!

Donnerstag, 18. Februar 2010

Die kurze Geschichte des Bankgeheimnisses

Eingeführt wurde es zu Beginn der 30 Jahre im letzten Jahrhundert. Beerdigt wird es sanft, aber jetzt. Damit ist es fast 75 Jahre alt geworden.

Die moderne Schweiz ist älter: Gegründet wurde sie 1848. Und nicht etwa 1291, wie stramme geistige Bankgeheimnis-Verteidiger heute vorspiegeln.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Die kurze Geschichte der Eigenkapitalrendite

Der Antreiber hiess Martin Ebner, sekundiert von Christoph Blocher und Kurt Schiltknecht. Ziel war die damalige SBG und heutige UBS. Sie solle eine Eigentkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent erreichen. Später nannte Josef «Victory» Ackermann, der Schweizer Chef der Deutschen Bank, ein Renditeziel von 25 Prozent vor Steuern auf das eingesetzte Eigenkapital.

Dann kam das Jahr 2006, und man staunte. Die UBS erreichte tatsächlich eineEigenkapitalrendite von fast 30 Prozen. Nicht vor, sondern nach Bezahlen der Steuern. So etwas galt damals damals als branchenüblich.

Man hätte nicht unbedingt eidg. dipl. Buchhalter sein müssen, um das Resultat vorauszusehen. Aber im Nachhinein sind wir alle klüger: Die Banken haben, um solche Renditen zu erreichen, mit zu wenig Eigenkapital zu hohe Risiken auf sich genommen.

Und in Zukunft? Schreibt die UBS, wie Grübel gestern vorgab, wieder 15 Milliarden Gewinn. Dank Investment-Bankern, die im Schnitt wieder 355'000 Franken jährlich verdienen.

The show must go on.

Samstag, 6. Februar 2010

Die kurze Geschichte des Bonus in der Schweiz

Wie hat die US-amerikanische Bonus-Manie eigentlich die Schweiz erfasst?

Indem Martin Ebner, Kurt Schiltknecht und Christoph Blocher drei Visionen hatten. Die Geschäftsidee der "Pharma-Vision" bestand darin, dass sie das Anlagevermögen zu 98,3 Prozent in Roche-Aktien legten. Weil in der Folge die Roche-Aktien an Wert zulegten, stiegen die Aktien der Pharma-Vision parallel. Für diese "Leistung" honorierte sich der Verwaltungsrat der Pharma-Vision : Allein für die Jahre von 1992 bis 1995 kassierte Christoph Blocher 12 Millionen Franken.

Daneben gründete Martin Ebner zusammen mit Kurt Schiltknecht eine BK-Vision und eine Stillhalter-Vision. Deren Geschäftsidee bestand darin, dass das Anlagevermögen vornehmlich in die in die damalige SBG, heute UBS gesteckt wurde. Für diese Leistung bezog Verwaltungsrat Kurt Schilknecht ein persönliches Honorar von 5 Millionen Franken, allein zwischen 1992 und 1995.

Am meisten verdiente Martin Ebner. Er sass in allen drei Visionen, der Pharma-, der BK- und der Stillhaltervision. Dafür wurde der Blondschopf mit 17 Millionen Franken honoriert innert vier Jahren.

Klar, das waren ertragsabhängig Honorare mit ehrgeizigen Zielen. Wäre der Aktienkurs der drei Visionen nicht gestiegen, hätten sich die drei Verwaltungsräte keine Honorare ausbezahlt. Aber das Risiko war schon damals gering. Einen "Malus"? So etwas gab es schon damals nicht.

Ein prominenter Kritiker dieser visionären Salär-Praxis war Hans Kaufmann, damals Analytiker und Fondsverwalter bei der Bank Bär, heute SVP-Nationalrat: «Masslos», meinte er zu solchen Honoraransätzen.

Ähnlich reden Blocher und Schiltknecht über die heutigen "Abzocker".

Freitag, 5. Februar 2010

Theater Calmy-Rey

Sie habe nur einen Witz gemacht, heisst es heute.

Tatsache ist: Micheline Calmy-Rey trat im Theater Basel auf, live vor Publikum. Dass dabei der Datenklau von Finanzministern zur Sprache kommen wird, war für die ehemalige Finanzdirektorin von Genf voraussehbar. Zumal sie von Peer Teuwsen interviewt wurde, dem Schweiz-Korrespondenten der deutschen Zeit. Und wie listig Peer Teuwsen seine Gespräche zu führen pflegt, ist seit einiger Zeit nachzulesen: hier.

Dienstag, 2. Februar 2010

Zum Saisonstart


«Wir hassen alle. Die Bullen und die Linken und die Kiffer und die Nazis und die Basler Hooligans und die Berner und die St. Galler. Würden wir sie nicht hassen, könnten wir ja zusammen Kaffee trinken gehen. Und das ist das Letzte, was wir wollen: Kaffee trinken.»


Das neue Buch in Echtzeit: Mehr

Montag, 25. Januar 2010

Wir Experten

Religion ist uns mehr oder weniger egal. Erst nach dem "Ja" zur Minarett-Initiative wussten wir alle, was Religionsfreiheit ist.

Juristische Fragen interessieren uns eigentlich nie. Doch jetzt, da es um das Bahngeheimnis, den Bundesrat und Steuerbetrug geht, wissen wir es wieder alle besser.

Wenigstens schweigen die Herren der UBS. Die haben gehandelt. Unter der Ethik: Legal, illegal, scheissegal.

Freitag, 22. Januar 2010

Der Mann hinter Obama

...ist Paul Volcker, der ehemlige Chef der US-Zentralbank. Der Mann hinter Christoph Blocher heisst Kurt Schiltknecht, der ehemalige Chefökonom der Schweizer Nationalbank. Neu wollen Blocher und Obama ein und dasselbe: Kleinere Banken. Die dafür, dass sie notfalls vom Staat gerettet werden müssen, Versicherungsprämien zu zahlen haben. Notfalls in Form einer Extra-Steuer.

Klingt logisch und vernünftig. Dort wie hier.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Der Satz des Tages

Es gebe in seinen Romanen «keinen Satz, den ich nicht dreimal gestrichen habe, ehe ich ihn stehen liess».

Der Schriftsteller Martin Suter über seine Schreibtechnik

Dienstag, 19. Januar 2010

Moritz L.

Wenn Journalisten über unseren Postminister herziehen, führen sie hämisch an: dass er als Bundesrat überhaupt Zeit finde, ein Blog zu führen...

Dabei tritt Moritz L. immer kürzer, Monat für Monat.

Im Dezember sank die Zahl seiner Beiträge innert Jahresfrist von 4 auf 1.

Im November von 4 auf 0.
Im Oktober von 4 auf 3.
Im September von 4 auf 2.
Im August von 3 auf 2.
Im Juli von 3 auf 1.

Und da heute Monsieur Béglé seinen Rücktritt als Präsident der Post gegeben hat, frage ich, was morgen passiert. Tritt Moritz L. als Bundesrat ab? Oder als Blogger wieder an? Oder tut er gar beides gleichzeitig?

Sonntag, 17. Januar 2010

Updates

Mein Blog sei nur ein Furz ins Weltall, sage ich manchmal. Um an Tagen wie heute festzustellen, dass gewisse Themen, die ich hier angetippt habe, zu drehen beginnen.

Beispiel 1: Moritz Leuenberger habe sich im Bundesrat gegen die Bankenaufsicht wehren wollen, UBS-Kundendaten an die USA auszuliefern. Aber er sei mit 2:5 unterlegen,meldet die NZZ von heute Sonntag. Was fehlt, ist der Hinweis auf die Marcos-Gelder-Affäre.

Beispiel 2: Was war los mit diesem Indien-Engagement von Monsieur Béglé, das zusammen mit seinem Mandat bei der Schweizer Post über 100 Prozent hinaus wuchs, grosszügig honoriert via das steuerfreie Dubai ? Moritz Leuenberger will es wissen, meldet die SonntagsZeitung.

Oder handelt es sich hier um die Fortsetzung der üblichen Treibjagd durch die Medien?

Beispiel 3: Wer wissen will, was Kommunikationsminister Moritz Leuenberger sonst noch tut, denkt und lenkt, lese sein Blog. Wird spannend in den nächsten Tagen!

Samstag, 16. Januar 2010

Das Wort zum Sonntag

Seit langem wieder mal "Das Wort zum Sonntag" am TV geglotzt. Ein Berner Fernsehprediger sagt etwas zu Haiti, ohne allzu viel zu sagen. Ausser dass der Protestant klar protestiert gegen das, was ein amerikanischer Fernsehprediger zu Haiti gesagt haben soll. Nämlich dass es die Schuld der Betroffenen sei. Nein, nein, nein.

Zum Schluss fordert der Berner Fernsehprediger uns alle auf, dass wir morgen Sonntag in die Kirche gehen. Um zusammen bei Gott nachzufragen, warum er so etwas immer wieder zulasse.

Das ist die Botschaft, die bei mir haften geblieben ist. Oder habe ich etwas falsch verstanden?

Zum Nachschauen!

Freitag, 15. Januar 2010

Was ist eine Treibjagd?

Laut einem national bekannten Blogger und einem noch bekannteren Kolumnisten ist in der Schweiz eine mediale Treibjagd in Gang gekommen, die sich gegen unsern neuen Post-Präsidenten richtet, obschon der vom absolut bekanntesten Blogger im Land seit 16. Dezember still schweigend gedeckt wird.

Zufällig habe ich dann heute ein Wirtschaftsmagazin in die Hand bekommen und meine, wenn die darin publizierte Geschichte nur zur Hälfte zutrifft, dann ist Monsieur Béglé uns normal Verdienenden, Steuern und Briefmarken Zahlenden eine Antwort schuldig, die er uns nicht unbedingt via Brief übermitteln muss.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Was macht eigentlich Moritz Leuenberger?

Seit 16. Dezember steht sein Blog still. Das liegt kaum daran, dass Moritz' Blog über eine neue url-Adresse läuft. Aber an was denn sonst?

Auf alle Fälle hätte er uns sicher Einiges zu berichten. Nicht nur über die Vorgänge bei der Post. Ich würde noch lieber seinen Kommentar lesen rund um die UBS-Bangeheimnis-Affäre. Warum bloss hat ausgerechnet der ehemalige Marcos-Gelder-Anwalt zugeschaut , wie an Stelle des dafür zuständigen Bundesrats die Finma die Zügel in die Hand genommen hat?

Mehr zum Thema:

Dienstag, 12. Januar 2010

Google & Me




Weiss Google bereits mehr über mich als ich selber?

Ich habe heute die ganze Geschichte im Spiegel gelesen und behaupte frech: Nein.

Aber soll ich mir "Nexus 1" wirklich so schnell bestellen, wie ich das eigentlich vorgehabt habe?

Montag, 11. Januar 2010

Die UBS, die Finma, der Fall Marcos und das Bankgeheimnis

Am 24. März 1986, abends um halb sechs, klingelt das Telefon bei Daniel Zuberbühler, damals Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission, der heutigen Finma. Am andern Ende der Leitung: Die Schweizerische Kreditanstalt (heute: Credit Suisse). Sie verpfeift einen ihrer besten Kunden: Ferdinand Marcos, Ex-Diktator der Philippinen, wolle via einen Mittelsmann sein Vermögen abziehen. Diese Transaktion werde am nächsten Morgen stattfinden. Die Bank könne sie nicht verhindern. Es sei denn, «Bern» würde ihr das verbieten.

Zuberbühler reagiert: Er informiert den Bundesrat. Im Wissen, dass ein internationaler Skandal droht. Ein global geächteter Diktator, der sich auf der Flucht vor seinem eigenen, revoltierenden Volk befindet, zieht von seinem geheimen Schweizer Konto Millionen ab...

Diese Aussicht löst vor allem im Bundesamt für auswärtige Angelegenheiten fieberhafte Diskussionen aus. Sein Vorsteher, der damalige Bundesrat Pierre Aubert, trifft gerade Mauno Koivisto - der damalige finnische Präsident ist auf Staatsbesuch. Zwischen dem Empfang in der Wandelhalle im Bundeshaus und dem Nachtessen informiert Aubert den damaligen Bundespräsidenten Alphons Egli und beantragt eine vorsorgliche Blockierung der Marcos-Konten. Um 20 Uhr, als sich die rund 200 Gäste des Koivisto-Staatsbesuchs in der Halle des Berner Rathauses zum Dinner versammeln, ruft Alphons Egli seine sechs Bundesratskollegen zur Seite. Im Stehen segnet der Bundesrat eine Präsidialverfugung ab, unter Berufung auf Art. 102, Ziffer 8 der Bundesverfassung: Der Bundesrat «wahrt die Interessen der Eidgenossenschaft nach aussen, wie namentlich ihrer völkerrechtlichen Beziehungen, und besorgt die auswärtigen Angelegenheiten überhaupt».

Die Sperre der Marcos-Konten wird noch am selben Abend der SKA, den übrigen vier Grossbanken und der Genfer Banque Paribas telefonisch eröffnet.

So lief das damals ab: Und genau so hätte Eugen Haltliner, der heutige Chef der heutigen Finma, im Fall UBS reagieren müssen. Nicht die Bank allein darf über den Bruch des Bankgeheimnisses entscheiden. Auch nicht die Bankenaufsicht. Sondern der Bundesrat via Notrecht.In normalen Zeiten klappt das, wie diese Geschichte vom 24. März 1986 zeigt.

PS: Im Nachgang fordert der Bundesrat die Nachfolgeregierung von Ferdinand Marcos unter Corazon Aquino offiziell auf, ein ordentliches Rechtshilfeverfahren einzuleiten. Zu diesem Zweck nimmt sich die Regierung Aquino drei prominente Antwälte in der Schweiz. Einer davon: Moritz Leuenberger, der heute als Bundesrat im Fall UBS/USA zusammen mit Bundespräsident Merz so grandios versagt hat.

Sonntag, 10. Januar 2010

Das globale Dorf

Zürich ist nicht nur im Unispital international. Gestern war ich im Moods, und da ging es etwa so ab. Rupa ist ursprünglich eine Inderin, in Paris aufgewachsen, lebt heute in San Francisco, arbeitet als Ärztin und bringt , unterstützt von Latinos, die sie "April Fishes" nennt, einen Balkan-Sound auf die Bühne, in dem manchmal sogar ein Schweizer Jodel mitklingt. Echte Weltmusik. Für mich wars das beste Konzert der letzten ungefähr drei Jahre.

Samstag, 9. Januar 2010

Zur Personenfreizügigkeit

Die Neunziger Jahre? Aus Schweizer Sicht ein verlorenes Jahrzehnt. Kein Wachstum mehr, die ganze Volkswirtschaft stand mehr oder weniger still. Und wenn sie ein bisschen nur in Fahrt kam, wurde sogleich das Personal knapp und es kam eine Lohn-Preisspirale in Gang, die jedes neue Dynamik im Keim erstickte.

Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit mit der EU präsentiert sich die Lage der Nation zum Glück besser. Offene Grenzen, freier Marktzugang - gerade für die kleine Schweiz in mitten Europas sind das entscheidende Voraussetzungen, um wieder Schritt zu fassen und - endlich - weiter vorwärts zu kommen.

Ich bin nicht jeden Samstag voll einverstanden mit Daniel Binswanger. Aber heute schon!

Freitag, 8. Januar 2010

Zwei Nächte Universitätsspital

Man wünscht niemandem ins Spital. Aber ich wünsche allen, die sonst fröhlich vom Pult aus das Ende der Personenfreizügigkeit mit der EU fordern, dass diese Leute, wenn sie mal als Notfall eingeliefert werden sollten, so gut behandelt werden wie ich es wurde in den letzten beiden Nächten auf der neurochirurgischen Bettenstation im Universitätsspital Zürich: aufmerksame Ärzte aus aller Welt, bestens überwacht vom Filz der deutschen Professoren, Pfleger aus aller Welt: Ich danke Euch für den Super-Service.

Montag, 4. Januar 2010

Das Blog


"Blog ist eine Zusammensetzung aus (World Wide) Web und Logbook (Logbuch).

Duden gibt zuerst "das Blog" an (vor allem in Deutschland üblich) und "der Blog" (eher in der Schweiz gebräuchlich).

Diese Antwort verdanke ich meinem Gewährsmann Max Wey. Der mir im übrigen bezüglich elektronischer Lesegeräte widersprechen möcchte:

"Hab eben den Sony Reader geschenkt bekommen. Eine feine Sache, funktioniert durchaus, man kann die Schrift grösser und sogar Notizen machen, kurz: eine ganze Bibliothek mit sich herumtragen."

Tja, wenn dem so ist, dnn verschwinden die Buchhandlung gemeinsam mit den Kinos. In etwa so, wie die Platten- und CD-Shops ihre Läden dicht gemacht haben. Still und leise.

Samstag, 2. Januar 2010

Neustart in den Zehnern

Als bezahlt werden wollender Journalist blicke ich fröhlich in die Zukunft. Schliesslich wissen wir alle , was wir tun. Kein Verleger muss unsere Inhalte gratis ins Netz stellen oder gratis in die Zeitungsbox legen. Kein Blogger wird zum Bloggen gezwungen. Wir alle tun alles freiwillig. Leserinnen und Leser meines Blogs wissen wenigstens aus Erfahrung: Was nichts kostet, ist nicht nichts wert. Aber wenn es mehr Wert wäre, hätte es einen Preis.

Zum Schluss noch meine persönliche Prognose für die Medien in den Zehnern: bevor Zeitschriften und Zeitungen verschwinden, machen Kinos dicht. Bücher hingegen werden noch ein ein wenig überleben. Aber auch nur aus technischen Gründen: weil es vorderhand noch kein Lesergerät gibt, das taugt. Während Full-HD-Flachildschirme zum Preis von weniger als 1000 Franken samt Audiosystemen bei uns zu Hause schon heute mehr Luxus bieten als manches Studiokino in der Stadt. Und die Filme gibt es ja heute schon gratis im Netz, alle.

Ob Blogs in der Schweiz eine Zukunft haben, hängt unter anderem davon ab, wie lange Moritz Leuebenberger noch im Amt bleibt.

Grammatikalisches PS : Heisst es eigentlich der oder das Blog? In letzter Zeit scheint sich die sächliche Form durchzusetzen, die in meinen Ohren dämlich klingt. Aber ich werde mich schlau machen. Bis bald!

Freitag, 1. Januar 2010

Zehner-Vorsätze

Ich trainiere weiter. Der Hallwilerseelauf ist mein nächstes Ziel, immerhin ein halber Marathon. Einen ganzen Marathon schaff ich wohl nie mehr. Vorher übe ich das Klavierspielen von Neuem, das Tanzen oder andere schöne Balance-Akte. Hauptsache, meine Hirnzellen erhalten neue Nahrung,

Trotzdem bin ich kein Gesundheitsapostel und werde hoffentlich nie einer. Ich tue all das streng für mich allein. Damit ich im Jahr 2030, wenn ich mit Euch im Altersheim sitz', so fit bin wie Ihr andern 70jährigen auch. Darum trainiere ich weiter. Für mich.