Freitag, 21. Dezember 2012

Mein Geschenk-Tipp

Für Philosophie gibts kein Rezept. Trotzdem: Man lasse sich dieses Buch schenken. Man lese es bedächtig, damit Philosophie für den Rest des Lebens kein Fremdwort mehr bleibt. Jede Zeile in diesem Buch ist verständlich. Manche Sätze brauchen die nötige Ruhe, bis sie wirken. Aber man nehme sich diese Zeit. Das erste Kapitel, es geht um Moral, ist so gut, dass man es zweimal lese. Danach will man von Moralisten nie mehr etwas wissen – und man weiss sogar warum: Weil Moralisten keine Ahnung haben, was Moral ist. So geht es weiter, zwölf grosse Themen, serviert in zwölf verdaulichen Happen. Liebe. Tod. Gott. Freiheit. Ein Kapitel pro Tag, das reicht. Sollte man etwas nicht verstanden oder am nächsten Tag schon wieder vergessen haben, dann blättere man zurück. Erkenntnis und Wahrheit sind nicht das Gleiche, auch dazu gibts ein Kapitel. Nur einfache Rezepte, die suche man in diesem dünnen Band besser nicht. Philosophieren heisst selber denken.

Montag, 10. Dezember 2012

Unter null


Seit Mitte letzter Woche beträgt der Ein-Monats-libor in London für Schweizer Franken minus 0,02 Prozent. Sofern ich das richtig interpretiere, ist die Welt damit auf den Kopf gestellt. Jede Bank, die sich in London Schweizer Franken beschafft, wird dafür mit Schweizer Franken belohnt.



Dagegen muss eine Bank, die Schweizer Franken anlegen will, bestraft. Sie muss dafür Schweizer Franken bezahlen.



Solcher Irrsinn unter grossen Banken hat Konsequenzen für uns kleinen Leute. Seit der Libor unter null gesunken ist. beträgt der Hypothekar-Zins für eine normale Libor-Hypothek bei einer hiesigen Bank 1 Prozent. (immer unter der Annahme, dass die Bank die übliche Marge von 1 Prozent einzieht).



Man rechne - und kaufe eine Wohnung für eine Million. Der Jahreszins beträgt 10'000 Franken. Die monatliche "Miete" knapp 840 Franken.



Das nenne ich nicht "schöner wohnen". Sondern "gratis wohnen".



Samstag, 17. November 2012

Meine Patientenverfügung

Im Alltag schreibt und schreibt der Journalist. Aber nichts ändert sich. Nicht einmal der Journalist sich selber.

Für einmal habe ich etwas publiziert -  und daraus meine Konsequenzen gezogen.

Soeben habe ich dieses Dokument unterzeichnet, das ich so bald wie möglich meiner von mir eingesetzten "Vertrauensperson" übergeben werde.

Mein Wille geschehe!

Sonntag, 11. November 2012

Der amerikanische Traum

"Das beste steht uns noch bevor", versprach Obama nach er Wahl. Dasselbe habe ich neulich von der Schweiz behauptet.... Mehr

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Donnerstag, 11. Oktober 2012

Neulich im Spital

Als Epileptiker muss ich alle sechs Monate zum EEG. Man misst meine Hirnströme. Elektronisch. Danach werden die Medikamente neu angepasst. Von diesem Präparat mehr, vom andern weniger. Was mir wegen der Nebenwirkungen nicht egal ist. Anti-Epileptika machen müde, hässig, antriebslos.

Beim letzten Mal im Universitätsspital Zürich fragte mich die Neurologin, was ich vorschlagen würde. Ich meinte, das komme auf das Resultat des EEG an. Sie: "Wissen Sie, ein EEG sagt so viel aus, als ob ich einmal alle sechs Monate zum Fenster hinaus schaue und aufgrund dessen eine Wetterprognose für die nächsten sechs Monate wage."

Das muss ich leider bestätigen. In den letzten fünf Jahren machte ich alle sechs Monate ein EEG und erlitt trotzdem drei schwere epileptische Anfälle.

Offen bleibt die Frage, warum man überhaupt ein EEG macht, das immerhin  1'000 Franken kostet, inkl. Besprechung mit der Neurologin.

Antwort: Weil es keine andere Methode zur Prognose gib. Weil jeder epileptische Anfall  gefährlich ist. Und teuer: Jedes Mal musste ich  hospitalisiert werden. Eine Nacht auf der Intensivstation, eine Nacht auf der Bettenstation. Das kostet dann vielfach mehr. als ein EEG.

Mein Fazit: Als Patient bin ich froh, dass es die EEG-Untersuchung gibt.

Warum die Gesundheitskosten sonst noch steigen: Hier.

Donnerstag, 27. September 2012

Neulich traf ich Domenico Blass

Wir sassen auf seiner Terrasse am rauschenden Bach, sprachen ein bisschen über Giacobbo/Müller und hatten es lustiger, als man hier nachlesen könnte.

Donnerstag, 20. September 2012

An Europas Grenze

Bis heute haben wir in unserem Echtzeit Verlag fünfzig Bücher herausgebracht, auf die wir stolz sind.

Auf das neuste sind wir besonders stolz. Die grosse Reportage "An Europas Grenze" ist ein Musterbeispiel, wie wir unsern Verlag verstehen. Wir machen Bücher, die sehr nah beim Journalismus sind. Wir sind schnell: Der Name Echtzeit ist unser Programm. Wir schaffen Übersicht in der Aktualität.

Der arabischer Frühling mit den so genannten "Flüchtlingswellen" - wir alle können  oder müssen alles  in der Zeitung lesen. Wir hören am Fernsehen von "Drohnen im Tessin", die es nicht gibt. Wir ahnen, wie dramatisch die Lage in Griechenland sein könnte. Wir werden - um es etwas pathetisch zu sagen - uns nie davon stehlen können, wir hätten nichts davon gewusst.

Dafür danken wir Kaspar Surber. Er hat es geschafft,die grosse Aussenpolitik und die kleinliche Innenpolitik in ein schmales Buch zu fassen. Er ist den Leuten, die zu uns flüchten,ein paar Schritte entgegengekommen. Er hat mit ihnen gesprochen. Er hat sich für sie interessiert. Und er gibt ihnen damit eine Stimme.

Wir vom Echtzeit Verlag haben keinen Moment gezögert. Wir kannten Kaspar bis dahin nur vom Lesen in der WoZ.  Gerade darum wussten wir genug: Er kann schreiben. Er kennt das Thema.

Sein "Bericht", wie Kaspar sein Buch bescheiden nennt,  enthält auch drei Foto-Strecken. Schon als er das erste Mal zu uns kam, haben wir über Fotos gesprochen. Er brachte welche mit. Er erzählte uns, wie diese Fotos entstanden sind. Damit erzählte er uns gleich den Inhalt seines Buches. Es gibt verbotene Bilder aus Lampedusa, geknipst von einem tunesischen Flüchtling. Daneben Fotos von einem Profi von PARIS MATCH. Dank diesen Fotos ist eine Rückschaffung von Flüchtlingen durch die italienische Grenzpolizei via Schiff über Meer direkt an die libysche Polizei  dokumentiert. Diese Aktion wurde später sogar von den Richtern in Strassburg verurteilt.Weil die  Betroffenen keine Gelegenheit gehabt hätten, überhaupt ein Asylgesuch zu stellen.

Von all dem handelt dieses Buch. Am Ende steht das erste offizielle Interview mit dem Chef der Europäischen Grenzschutzorganisation Frontex mit Sitz in Warschau. Um ehrlich zu sein: Ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass es Frontex gibt.

Vernissage: Heute im Club Helsinki, Zürich, 21 Uhr.

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Montag, 17. September 2012

SVP

Mein Freund Christof arbeitet als Berufsberater bei einem RAV für Arbeitslose. Er erzählte mir neulich: 

Bei Klagen über "Mobbing" oder "Burn-Out" werde er hellhörig.. Man müsse ja nicht gerade von "eingebildeten Kranken" reden oder ""Faule Ausreden" orten, wie es namhafte Politiker tun.Aber seine Erfahrungen zigen, dass es sich leider meist um schwer vermittelbare Personen (abgekürzt SVP) handle.

Sonntag, 9. September 2012

Bald schreiben wir alle alles klein

Wir müssen uns nur einbisschen anstrengen, dann sind wir so weit wie Griechen, Spanier, Italiener, Amerikaner. Was die  tun, können wir auch. Sofern wir uns etwas erlauben: das substantiv klein zu schreiben, ohne dass dies ein fehler ist.

Was ich damit meine? Siehe NZZ am Sonntag. Heute.  Seite 21

Donnerstag, 6. September 2012

Achtung: Jetzt kommt der Crash!

Es gibt Leute, die beherrschen die Kunst des klaren Denkens samt der Kunst des klaren Handelns. Ich nicht. Aber ich habe im ersten Band dieser beiden Bestseller geblättert. Und dabei gelernt:


Mich überkommt regelmässig das Gefühl der krassen Selbstüberschätzung. Ich gebe Prognosen ab, die selten zufällig eintreffen. Und meistens systematisch nicht.

Unser aller Lehrer Dobelli gibt mir gratis einen Tipp, wie ich meinen peinlichen Hang zum blasiert übersteigertem Selbstvertrauen kontrollieren könnte: Ich soll ein Tagebuch schreiben, und dann später selber testen, welche Kunst ich nicht beherrsche.

Genau das tue ich doch. Ich schreibe dieses Blog und gebe ungefähr jede Woche öffentlich eine Prognose ab. Selten erfüllt sie sich zufällig, meistens irre ich mich systematisch.

Heute, am 6. September 2012, zum Beispiel boomen die Börsen. Ich rate seit mindestens 31. Dezember 2011 dringend vor Aktien ab. Wer das Gegenteil getan und Aktien gekauft hat, könnte nun eine fette Belohnung einstreichen - sofern man oder frau seine Aktien heute tatsächlich verkauft. Was ich tun würde, nun aber nicht kann, weil ich (fast) keine Aktien mehr habe.

Dasselbe mit den Wechselkurs-Ziel der Nationalbank. Heute vor einem Jahr, am 6. September 2011, hatte der der damalige Präsident Hildebrand  seinen (fast) letzten grossen Auftritt, den ich nicht etwa kommentiert habe. Sondern ich gab eine Prognose ab (hier). Welche, wen wundert's, nicht eingetreten ist. Noch nicht. 

Dasselbe mit meinen Aktien-Prophezeiungen. Der Crash, den ich seit Monaten prognostiziere,  kam nicht. Noch nicht.  Irgendwann kommt er doch, so viel wissen wir aus Erfahrung.  Und dank Dobelli!

Donnerstag, 30. August 2012

Bin ich in der falschen Partei?

Ich bin Mitglied der FDP Zürich und habe gestern brieflich abgestimmt. Dabei habe ich mich (wieder) einmal völlig quer stellen müssen.

Beim Galsfasernetzt sagt die FDP Ja. Warum? Als Steuerzahler sehe ich nicht ein, warum die Stadt  400 Millionen Franken ausgeben soll für eine Investition welche die halbstaatliche Swisscom von allein tätigen würde. Die NZZ, welche der FDP ebenfalls nahe steht, kommenntiert das sauber - und rät wie ich zum  Nein.

Als Konsument werde ich die Glasfaser selbstverständlich trotzdem nutzen. Und das, obschon die halbstaatliche Swisscom dafür eine höllisch hohe Gebühr von mir verlangen wird!

Betr. Sechseläute-Wiese empfehle ich allen FDP-Mitgliedern, zu Fuss vom Bürkliplatz über das Bellevue Richtung Bahnhof Stadelhofen zu spazieren. Oder mit dem Velo versuchen, diese schönste Stelle Zürichs zu passieren.

Mein persönliches Fazit: Meine Partei ist auf beiden Augen blind!

Mittwoch, 22. August 2012

Antworten

Ich hatte einige Tage gar nichts mehr zu melden. Nur einmal, als man mich direkt anfragte, gab ich Antworten.

Hier.


Bald wieder mehr zur Schuldenkrise. Wir stecken nicht mitten drin. Jetzt geh'ts erst los!

Montag, 16. Juli 2012

Mein Libor

Gehören auch kleine Leute wie ich zu den Geschädigten des Libor-Skandals?

Tatsächlich hängt meine Hypothek am 1-Monats-Libor. Dieser Zins beträgt zur Zeit 0.03 Prozent. Meine Hausbank, die Credit Suisse, rundet diesen womöglich "manipulierten" Marktzins auf 0,05 Prozent auf. Dann schlägt die Credit Suisse ihre Marge drauf: in meinem Fall 0,75 Prozent. Also bezahle ich zurzeit 0,8 Prozent Jahreszins.

Der genaue Zins wird von Monat zu Monat neu festgelegt resp. "manipuliert". Solange der 1-Monatszins in London aber nicht über 0.05 hinaus schiesst, bleibt "mein" Jahreszins bei 0,8 Prozent.

Klar, der Libor kann steigen. Als ich meine Libor-Hypothek abgeschlossen habe, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im November 2008, lag er auf  1,1 Prozent. Deswegen musste ich damals 1,85 Prozent Jahreszins zahlen, wie hier offen gelegt. Danach ist dieser Zins Monat für Monat gesunken - bis hinunter  auf die jetzigen 0,8 Prozent.

Das ist kein schlechter Deal, finde ich, Schon im November 2008 war ich sehr zufrieden. Heute bin ich geradezu begeistert. Nie in meinem Leben hätte ich gedacht, dass ich je 0,8 Prozent Jahres-Schuldzinsen zahlen muss.  Das nenne ich praktisch gratis.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Jede Stimme zählt!

Unser kleiner Echtzeit-Verlag hat die einmalige Chance, im grossen Deutschland einen Preis zu holen, der uns im Buchhandel viel nützen und nebenbei unseren Namen bekannt machen wird. Dafür fehlt wenig. Jetzt müssen Sie nur noch Ihre Stimme abgeben: Für Michèle Roten und ihr Buch "Wie Frau sein".

Hier geht's zur Abstimmung

Danke!

Dienstag, 19. Juni 2012

PIGS (2)

Meine Euro-Favoriten:

1. Portugal. Endlich wieder ganz vorn.

2: Italien.Wie früher ganz dicht.

3. Griechenland. Zum zweiten Mal vor dem Gipfel.

4. Spanien. Mit Klein-klein Too-Big-To-fail

Montag, 18. Juni 2012

Hopp Pigs!

Wer zählt zu den PIGS-Staaten im Euroraum?

Potugal, Irland, Griechenland, Spanien.

Statt Irland könnte freilich ebenso gut Italien gemeint sein.

Ob es Italien schafft, zeigt sich heute in Posen, Polen.

Donnerstag, 14. Juni 2012

83 Prozent invalid....

....heisst 17 Prozent valid. Meine Erfahrungen im Volltext unter dem Titel "Eine Lanze für die IV"

Montag, 11. Juni 2012

Betr. Staatsfonds

In den letzten Tagen habe ich mich ein paar Mal geäussert. Es ist nicht verboten, sich selber zu korrigieren:

Die Schweiz muss nicht unbedingt einen neuen Staatsfonds gründen. Schon das Wort ist abschreckend.

Aber: Die Nationalbank kann, soll und darf Ihre stark anwachsenden Währungsreserven rendite-trächtig anlegen.

Genau das tut sie. Und das kann sie intensivieren, da sie  zur Stabilisierung der 1.20er Grenze weitere Euros hinzukaufen muss.

In Fernost nennt sich so ein Konstrukt, das aus Exportüberschüssen und Währungsreserven entsteht,  "Staatsfonds". Wir hingegen dürfen ruhig  ein anderes, bescheideneres  Wort dazu verwenden. Vor allem, weil es einen weiteren entscheidenden Unterschied zu China gibt: Die Schweiz wird, selbst wenn unsere Nationalbank zum globalen Gross-Investor wird, nie eine Grossmacht sein.


Freitag, 8. Juni 2012

Vorbild China

Die Schweizer Innenpolitik, deutet sich Tag zu Tag an, orientiert sich an Fernost. Unser Modell ist China.

Zwei Dinge wären ideal

Erstens eine schrittweise Aufwertung der eigenen Währung. Das kann die Nationalbank, das muss sie, das darf sie sogar. Aber nur, wenn diese Aufwertung in kleinsten Schritten erfolgt, wie es China vordemonstriert. damit passen sich alle kontinuierlich an die neuen Realitäten an: Die inländischen Export-Industriellen  und die internationale Devisenhändler.

Zweitens darf auch die Schweiz einen Staatsfonds gründen. Verwaltet werden könnte er von der Nationalbank - mit klar umschriebenen  Regeln. Insbesondere soll dieser Staatsfonds keinen aktiven Einfluss nehmen, weder  auf einzelne Unternehmen oder Staaten. Es geht um rein passive Investments unter dem Gesichtspunkt der Rendite.

Selbstverständlich darf sich dieser Staatsfonds später von den inländischen Politikern nicht erpressen lassen. Eine Gewinnverteilung kann nicht versprochen oder gar "garantiert" werden, wie es heute leider der Fall ist. Die Gewinnverteilerei folgt erst,  sofern diese Gewinne über eine  längere Frist tatsächlich zu  erzielen sind.

Genau s wurden schliesslich die "überschüssige Goldreserven" abgewickelt. Verteilt wurde das Geld erst, als die Zeit überreif war. Und nicht vorher.

Montag, 4. Juni 2012

1 Euro = Franken 1.20. Mindestens?

Ich habe von Anfang an gefragt, ob die Nationalbank ihr Ziel nicht zu hoch gesteckt hat: hier.

Aber jetzt, da das Ziel formuliert ist, gibt e kein Zurück. Eine Zentralbank ist glaubwürdig, so lange sie ihre Ziele durchzieht. Und wenn die Natinalbank ihre Glaubwürdigkeit verlöre, wäre Thomas Jordan der falsche Mann am falschen Ort. 1 Euro muss Franken 1.20 sein. Mindestens!

Das Problem abesteht nun darin, dass die Nationalbank Milliarden von Euros mit Mialliarden von Franken kaufen muss, um den Kurs zu halten. Somit stellt sich in der Tat die Frage: Was soll die Schweiz mit den gekauften Milliarden von Euros anfangen?

Die Idee eines Staatsfonds nach dem Vorbild von Singapur oder China scheint mir plausibel. Die Schweiz soll - nach dem Vorbild von China - ihre Exportüberschüsse möglichst sinnvoll investieren: Zum Beispiel in Aktien, die Renditen versprechen. Das ist sicher besser , als die Milliarden in der Bilanz der Nationalbank sang- und klanglos "verschwinden" zu lassen.

Falls die Nationalbank zum Schluss einen Gewinn erwirtschaftet, kann sie diesen Gewinn verteilen wie damals die Erlöse aus den Goldverkäufen: Mit einer Verteilung an die Besitzer der Nationalbank. Also an die Kantone.

Und falls der Staatsfnds einen Verlust erwirtschaftet? Dann ist das kein Problem. Die Aktien wurden ja mit "überschüssigen" Schweizer Frnaken gekauft, um den Wert des Schweizer Frankens zu vermindern.

Freitag, 1. Juni 2012

Was tut die Nationalbank?

Sie lockert ihre lockere Politik weiter. Am klarsten zeigen das die Libor-Zinsen. Der 3-Monats-Satz liegt seit gestern unter 0,1 Proezent, der 1-Monats-Libor seit vorgestern unter 0,05 Prozent.

Warum verfolge ich so technischen Daten so peinlich genau?

Erstens: Aus persönlichem Interesse. Unsere Hypothek  hängt direkt am 1-Monats-Libor, wie ich das vor längerer Zeit offen gelegt habe (hier). Wir bezahlen der Bank eine Marge von 0,75 Prozent plus 0.05 Prozent Libor. Das ergibt einen Hypothekarzins von total 0.8 Prozent. Tiefer geht's nimmer.

Zweitens verfolge ich den Libor aus analytischen Gründen. Die Nationalbank deklariert ihr Ziel am 3-Monat-Satz. Er soll zwischen 0,0 und 0,25 betragen. Dieses Ziel hält sie strikt ein.

Entscheidend aber ist: So lange der 1-Monats-Libor klar unter dem 3-Monats-Libor liegt, lässt die Nationalbank ihre Schleusen offen. Würde sie ihre Zügel anziehen, zieht zuerst der 1-Moants-Libor an. Sobald der 1-Monat-libor über den 3-Monats-Libor hinaus schiesst, wäre das der 100-prozentige Beweis, dass die Nationalbank die Richtung ändert.Das wird irgendwann der Fall sein. Irgendwann muss die Nationalbank umschwenken, mit Blick auf eine in Zukunft drohende Inlation.

Aber noch ist es nicht so weit, im Gegenteil. Der 1-Monats-Libor fällt, der 3-Montags-Libor fällt. Der Geldmarkt wird weiter überspült.

Das ist nur logisch. Die grösste Gefahr droht nicht von der Inflation in der fernen Zukunft, sondern vom Hier und Jetzt auf dem Devisenmarkt. Euro-, US-Dollar-, Pfund, Yen, sämtliche Währungen schwächeln. Wer eine Alternative sucht, findet den Schweizer Franken oder den kanadischen Dollar.

Also muss die Nationalbank ihre lockere Politik weiter lockern, um den Euro weiterh über Franken 1.20 zu halten, So lange das der Nationalbank gelingt - so lange muss sie ihre lockere Politik locker halten. Und so lange liegt der 1-Monats-Libor unter 0,05 Prozent.


Darum empfehle ich allen Hypothekar-Schuldnern in der Schweiz: Bleibt im Libor!

Donnerstag, 31. Mai 2012

Was ist Managed Care?

Ich habe versucht, das herauszufinden. Das Resultat: Hier.

Meine Prognose: Mit einem unsympathischen Fremdwort im Titel lässt sich sicher keine Schweizer Volksabstimmung gewinnen. Warum die Mehrheit des National- und Ständerats überhaupt auf eine solche Idee kam, ist und bleibt ein Rätsel.

Ich selber stimme ebenfalls Nein. Denn ich bin mehr als nur zufrieden mit der heutigen Versorgung, sondern dankbar dafür. Ich sehe keinen Grund, das System auf den Kopf zu stellen.Wer in ein Ärztenetz eintreten will, kann das heute schon. Freiwillig. Und es gibt gute Gründe, dies zu tun.

Sonntag, 20. Mai 2012

Der Euro hat Zukunft!

So titelte ich meinen Post vom 29. Juni 2011.
Hier

An dieser Aussage halte ich fest, voll und ganz. Damals begründete ich meine Prognose wie folgt:

"Untergehen wird der Euro so wenig wie die Europäische Union. Vielleicht werden ein paar Staaten ausgeschlossen, so etwas ist bei vereinigten Staaten nie auszuschliessen.Aber deswegen geht die Welt nirgendwo unter."

Das schrieb ich damals, das wiederhole ich huete ungern.Zuerst kommt Griechenland dran.Welches Land folgt danach?

Portugal? Vermutlich schon. Dort droht dasselbe: Ausschluss aus der Euro-Zone, Abwertung, sprunghafte Verteuerung der Importe, gnadenlose Enteignung der Kleinsparer.

Spanien? Vorderhand Too big to fail. Genauso wie Italien. Und erst Frankreich! Zu gross, um von Europa heute schon fallengelassen zu werden.

Doch wer zum Teufel bleibt mit Sicherheit übrig in der so genannten  Euro-Zone?

Deutschland, Österreich, Luxemburg, Estland, Finnland, die Slowakei, Belgien und die Niederlande.

Ich gab damals, am 29. Juni 2011, auch ein paar Tipps für die Kleinsparer in der Schweiz. Auch an diesen halte ich fest:

"Keine Aktien mehr, keine Dollars, keine Euros,keine Yen. Brav ausharren in Schweizer Franken in Zeiten, da Anlagesparkonti 1 Prozent rentieren. Wer eine Hypothek und zu viel Geld hat, zahlt die Hypothek ab. Wer zu viel Geld, aber keine Hypothek hat, schaut sich auf dem Immobilienmarkt um. Und kauft nur jene vier Wände, in die man selber einziehen möchte. Dann macht man sicher nichts falsch.


Eine Information nur muss ich korrigieren: Anlagesparkonti rentieren in der Schweiz inzwischen weniger als 1 Prozent, aber immer noch im Plus. In Zeiten der Finanz-, Schulden- und Währungskrisen gewinnt, wer nichts verliert.

Freitag, 18. Mai 2012

Die Ruhe vor dem Run

Erst allmählich wird auch griechischen Kleinsparern klar, wie wie sie sich vor der neuen Drachme schützen: Sie dürfen auf griechischen Banken keine Euros halten. Sie müssen ihre Euros abziehen. Nicht unbedingt zu Hause unnter's Kissen legen. Sondern auf eine ausländische Bank bringen.

Viellicht wird damit auch den griechischen Wählern klar, was die griechische Linke unternehmen wird, bevor sie über Nacht die griechische Drachme neu aus der Kiste holt: sie wird über dieselbe Nacht rigorose Kapitalkontrollen einführen oder die griechischen Banken schlicht verstaatlichen.

Wie auch immer: Für die griechischen Sparer gibt es nur einen Ausweg: Sie müssen ihr Geld abziehen. Der Run auf die Banken steht unmittelbar bevor.

Das zurückhaltende Szenario der zurückerhaltenden NZZ

Montag, 14. Mai 2012

Wann ist Griechenland Pleite?

Erst am Tag, an dem sich die Regierung für zahlungsunfähig erklärt und alle Forderungen ablehnt. Das kann Griechenland weder heute noch morgen passieren. Denn Griechenland hat zur Zeit gar keine Regierung.

Am 25. Dezember 2001 erklärte Präsident Rodriguez Saá Argentinien für zahlungsunfähig. Drei Tage später wurde er aus dem Land gejagt.

Warten wir's ab.

Sonntag, 13. Mai 2012

Wenn ich Grieche wäre

...hätte ich mein Konto bei der griechischen Bank aufgelöst, das Ersparte in eine deutsche oder Schweizer Bank transferiert, die Währung in Euro behalten oder, noch besser, in Schweizer Franken getauscht.

So wie es die meisten Griechen, die noch Geld haben, taten.

Wenn ich Spanier oder vielleicht Italiener wäre, würde ich dies spätestens Morgen Montag nachholen.

Was dann stattfindet, wissen wir: der berühmte Run auf die Banken, der mehr als die Welt der Banken zerstört. Nicht nur in Griechenland. Sondern auch in Spanien und vielleicht in Italien.

Dann ist mehr als der Euro in Gefahr. Sondern Europa. Und die Demokratie.

Vielleicht noch nicht Morgen Montag. Aber.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Sell now!

"Verkaufe im Mai und verschwinde", lautet die alte Börsenregel. Angesichts  der unendlich weiter andauernden Krise in Griechenland, den neu auf flackernden Signalen aus Spanien, der gefährlichen Euphorie in Frankreich  und dem "unmittelbar" bevorstehenden Zerfall der Euro-Zone will ich keine grossen Worte verlieren. Sondern schlicht warnen:

Hände weg von Aktien!
Sofort!

Mittwoch, 25. April 2012

Neulich war ich bei Novartis

So haben Sie Basel noch nie gesehen: Lassen Sie sich von einer Fachperson durch den Campus Novartis begleiten.

Sehr iel Architektur, einges an Kunst - nur leider etwas wenig Leben.

Volltext

Dienstag, 17. April 2012

Neulich war ich in Köniz




Ich wollte herausfinden, warum dieser Vorort von Bern mit demWakkerpreis 2012 ausgezeichnet wurde.
Hier die Antwort:
Volltext

Dienstag, 3. April 2012

Gipser Müller

So macht die FDP wieder Spass!

Ein Gespräch, kein Interview mit dem neuen Parteipräsidenten.
Volltext

Donnerstag, 22. März 2012

Freitag, 24. Februar 2012

Kranker Markt

Neulich holte ich in der Apotheke meine Medikamente. Als Epileptiker muss ich, um schwere Anfälle zu vermeiden, reichlich Keppra schlucken. Ein Doppelpack (zwei Mal 100 Tabletten à 1000 mg kostet 452 Franken. Das sei ganz schön teuer, meinte ich.



Ja, aber ich hätte Glück, antwortete die Apothekerin. Ich müsse ja nichts zahlen. Wäre ich bei einer andern Krankenkasse versichert, etwa bei Intras, CSS, Assura, Supra, müsste ich für mein Doppelpack die verlangten 452 Franken bar auf den Tisch legen, den Quittungsbeleg samt Arztrezept der Kasse senden, bis das Geld irgendwann zurück erstattet wird. Damit nicht genug: ich müsste das Rezept, da es ein Dauerrezept ist, kopieren, zu Hause aufbewahren, um diese Kopie beim nächsten Bezug wieder der Quittung beilegen zu können.



So etwas nenne ich „Schikanierung“. Davon betroffen sind Krebskranke, die in der Lage sein müssen, für ein Chemotherapeutikum 2000 Franken oder mehr aus dem Portemonnaie zu zücken. Ebenso viel haben Aids-Infizierte für manches HIV-Therapeutikum vorzuschiessen. Oder MS-Patienten.



Die Absicht der Kassen ist klar: Sie wollen ihre teuersten Kunden loswerden. Die Teuersten: das sind Kranke, die „chronisch“ auf kostbare Medikamente angewiesen sind.



Und wie reagieren die Betroffenen, fragte ich meine Apothekerin. „Einige landen auf dem Sozialamt. Oder sie erkundigen sich, wie der Medikamentenbezug bei andern Kassen gehandhabt wird. Dann wechseln sie.“


Kurzfristig geht die Rechnung der Kassen auf. Sie schicken ihre Kranken weg, während sie sich gegenseitig die Gesunden, die Jungen fröhlich abjagen: vom Internet oder bis ins Fitnessstudio. Es herrscht ein „Wettbewerb“, der nicht mehr gesund ist.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Heute bei Aeschbacher


Zu Gast ist mein Freund Hans-Martin Bürki-Spycher mit seinem famosen Buch "365 Erfinder".

Zur Sendung

Buch bestellen

Montag, 6. Februar 2012

Neulich traf ich Franz Gertsch


Das war gestern Sonntag an einem Künstlergespräch im Franz-Gertsch-Museum in Burgdorf. Ich fragte ihn, was ihm durch den Kopf ging, als er das diesjährige Bundesrats-Foto vor seinem "Frühling" sah.

Franz Gertsch antwortete mit einer Mischung aus Stolz und Schalk: er hätte sich wehren können. Um zu ergänzen: Selbstverständlich hätte er es vorgezogen, die Präsidentin Widmer-Schlumpf hätte ihre Kollegen tatsächlich vor vor seinem Riesenbild hier in Burgdorf versammelt. Aber das tat sie nicht. Das diesjährige Bundesrats-Foto ist eine billige Montage. Was man ihm leider ansieht.

Montag, 30. Januar 2012

Montag, 23. Januar 2012

Gentests für nix

Ist eine DNA-Analyse etwas für jeden Mann und jede Frau?

Nein.

Wer sich wirkungsvoll vor dieser oder jener Krankheiten schützen will, muss so oder so drei Regeln beachten.

1. Gesund und mässig essen. Am leichtesten geht das, wenn man langsam isst.

2. Nicht rauchen und bewusst Alkohol trinken.

3. Bewegung ist gesund und macht Freude. Aber ja nicht verbissen trainieren.

Der Rest ist dann das Rsiko. Frauen ab 40 sollten noch jährlich zur Gynakologin, Männder ab 50 eventuelle zum Urologen. Wobei letztes nicht dringend angezeigt ist. Höchstens im Fall, dass der eigene Vater an Prostatkrebs gestorben ist. Auch dafür braucht es aber keinen Gentest.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Sind Sparer Spiesser?


Die grossen Politiker und vornehmen Bankiers können von uns kleinen Leuten lernen.

Volltext: Hier

Mittwoch, 11. Januar 2012

Steuersparer Hildebrand

Das anrüchig tiefe steuerbare Einkommen von Ex-Nationalbank-Präsident Hildebrand kommt - wie immer - von den unsinnigen Steuerabzügen, die gegen oben unbegrenzt sind. Davon gibt es zwei Sorgen:

1. Renovationen an Immbolien
2. Einzahlungen in die Pensionskasse.

Hildebrand hat offenbar gleich beide Invarianten benutzt. Und uns allen demonstriert, wem diese unsinnigen Ausnahmen dienen:

Den Reichen.

Dagen hilt etwas: Eine Flat Tax. Tiefe Steuersätze für alle, dafür keine Ausnahmen. Keine Steuerabzüge.

Dann hätte Hildebrand seine Million Einkommen versteuern müssen. Plus die Einkünfte seiner Galerie-Gattin.Vielleicht zu einem tieferen Satz als heute üblich. Aber eben: Es gäbe, falls die Flat Tax konsequent eingeführt wird, keine Schlupflöcher mehr!

Montag, 9. Januar 2012

Und jetzt? - Klaus Wellershoff!

Nach Hildebrand kommt Jordan, ein Techniker. Neben ihm bleibt Danthine, ein Wissenschafter. Fehlt noch der Dritte, der nach aussen auftreten kann. Dieser Dritte sollte möglichst viel von Volkswirtschaftslehre verstehen und deutsch sprechen.

Wer drängt sich auf?

Erstmals in der Politik könnte einem Deutschschweizer ein gebürtiger Deutscher vorgezogen werden: Klaus Welleshoff, jahrelang Chefökonom der UBS. Als solcher hatte er sogar den Immobiliencrash in den USA vorausgesagt, ohne dass die Ospels auf ihn hören wollten.

Wellershoff ist sogar links - zum Beispiel bei SP-Hotelier Peter Bodenmann - angesehen.


Last but not least ist die ganze Familie Wellershoff bestens integriert. Zum Beispiel in der Zürcher Handball-Szene. Spätestens seit Hildebrand wissen wir doch: Es kommt auch auf die Frau, die Tochter und die Söhne an!

Freitag, 6. Januar 2012

Wenn Lügner Lügner Lügner schimpfen

Ich staune immer von neuem, wie wenig Geld es braucht, bis ein Mann sich nicht mehr in den Spiegel blicken kann.

Als Philipp Hildebrand ins Direktorium der Nationalbank rückte, hiess es: Dieser Mann sei nicht nur politisch, auch finanziell unabhängig. Als Hege-Fund-Manager habe er sicher einen zweistelligen Millionenbetrag auf der Seite.

Jetzt stolpert Hildbrand über eine Transaktion in Höhe einer halben Million, bei der er 75'000 Franken verdient hat.

Und erst Zuppiger: Er stolperte über eine Summe, über die ein Geschäftsmann, der kein Politiker ist, lachen würde. Aber Politiker? Die tun für 100'000 Franken alles, um ihren Ruf samt Karriere zu zerstören.

Sie dürfen sogar lügen, wenn nötig zwei Mal innert kürzester Zeit. Ein Herrliberger tat es zuerst in Basel und jetzt auf Tele Züri.

Fottsetzung folgt.