Mittwoch, 1. Juni 2011

Zur Personenfreizügigkeit (3)

Ich glaube nicht, dass der freie Markt alles von allein regelt. Aber ein freier Markt hilft viel.

Dass so viele Ausländer in der Schweiz dringen, liegt sicher daran, dass hier höchste Löhne bezahlt werden.

Höchste Löhne gibt es, so lange die Schweizer Export-Industrie konkurrenzfähig bleibt.


Weil klügste Köpfe einwandern, bleibt die Schweizer Exportwirtschaft konkurrenzfähig, können weiterhin höchste Löhne bezahlt werden.

Wer so viel Geld verdient wie Inländer und Ausländer in der Schweiz, kann sich etwas leisten. An vorderer Stelle ist das Wohnraum.

Nun ist die Schweiz ein kleines Land, das breits dicht zersiedelt ist. Logischerweise steigen die Mieten und Landpreise stark.

Diese teuren Wohnungen bedeuten, dass sich nur Einwanderer niederlassen, die "genug" Geld verdienen. Das sind die klügsten Köpfe.

Klügste Köpfe garantieren, dass die Schweiz international konkurrenzfähig bleibt und weiterhin höchste Löhne zahlen kann. Von denen auch wir Inländer profitieren.

Aber wir Inländer müssen etwas leisten. Wir müssen den Wettbewerb bestehen. Den Wettbewerb mit den klugen Einwanderern.

Wenn die SVP nun, ideologisch unterstützt von der "Weltwoche", Kontingente oder gar Eintrittsprüfungen für Einwanderer verlangt, so glauben diese Kreise nicht an die Selbstregulierungskräfte des freien Markts.

Ich hingegen schon.

Kommentare:

antoine hat gesagt…

Tönt alles gut und logisch was Du schreibst.
Allerdings hast vergessen das Lohndumping zu erwähnen.
Nicht nur die klügsten Köpfe (notabene ohne Hand und Herz)wandern in die Schweiz ein, sondern die billigsten Hände, die die einheimischen Arbeitskräfte vom Markt verdrängen.
Der Weg für fallende Löhne bei steigenden Kosten (da Wohnraum und Lebensmittel teurer werden) ist vorgespurt.
Als Journalist spürst Du nichts davon. Du lebst von anderer Leute und nicht von Deiner Arbeit. Wenn die Anderen nichts mehr verdienen, kann sich niemand mehr Luxusartikel wie Medien leisten.

Calculator hat gesagt…

...ausserdem fehlen die Überlegungen, was die gescheiten Köpfe (und ihre mit- oder nachgereisten Verwandten) tun, wenn sie auf der Strasse stehen, sprich: arbeitslos sind. Haben wir dann auch einen "freien Markt", der sie wieder aus der Schweiz wegziehen lässt oder bleiben sie unseren Sozialwerken erhalten.

Anonym hat gesagt…

Sie glauben an die Selbstregulierungskräfte des freien Marktes? Obwohl Sie tot wären, wenn diese Selbstregulierungskräfte im Fall Ihrer Krankheit gegriffen hätten?

Markus Schneider hat gesagt…

Lieber Anonymus,

Ja, ich wäre tot, wenn ich nicht gerettet worden wäre von der Spitzenmedizin. Diese Spitzenmedizin wiederum verdanken wir alle dem freien Markt und dem Wettbewerb, insbesondere in der medizinischen Forschung und Entwicklung.

Den weiteren medizinischen Fortschritt garantieren zu einem schönen Teil die Personen aus der EU. Diese klugen Köpfe, so hoffe ich, werden auch in Zukunft freizügig in die Schweiz einwandern dürfen. Für meine, und auch für Ihre Gesundheit!

Herzlich, Markus Schneider

Anonym hat gesagt…

Mit Spitzenmedizin in einem freien Markt wären Sie tot. In früheren Publikationen sahen Sie das realistisch, nun negieren Sie das leider.

Benötigte Fachkräfte konnte und kann man ohne Personenfreizügigkeit im Ausland rekrutieren.

Ich würde mir aber wünschen, die Schweiz würde solche Fachkräfte wieder selbst ausbilden.

Medizinischer Fortschritt übrigens stagniert seit über 25 Jahren. Ich hoffe, es gibt bald wieder einen Fortschrittsschub. Es gibt noch so viele Dinge zu kurieren!